Kühlen eines verletzten Knies mit einem Eisbeutel
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Kühlen mit Eis nach einer Verletzung: Was die Forschung zeigt und warum wir es bei Smrekovit nicht empfehlen

Kühlen mit Eis wird bei Verletzungen häufig eingesetzt, um Schmerzen und Schwellungen zu verringern, doch sein Einfluss auf die Heilung ist weniger eindeutig. Erfahren Sie, was die Forschung zeigt und warum wir beim Einsatz von Smrekovit das Kühlen in der Regel nicht empfehlen.

Sollte eine Verletzung mit Eis gekühlt werden?

Bei Smrekovit empfehlen wir das Kühlen von Verletzungen mit Eis in der Regel nicht. Eis kann unmittelbar nach einer Verletzung die Schmerzen vorübergehend verringern, es gibt jedoch keine guten Belege dafür, dass verletztes Gewebe durch routinemäßiges Kühlen schneller heilt. Deshalb sehen wir die bloße Schmerzlinderung nicht als ausreichenden Grund an, regelmäßig in die frühe Reaktion des verletzten Gewebes einzugreifen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Eis lindert vor allem Schmerzen. Durch die Absenkung der Temperatur wird die Empfindlichkeit des Bereichs reduziert, sodass die Verletzung eine Zeit lang weniger schmerzen kann.
  • Weniger Schwellung bedeutet nicht zwangsläufig schnellere Heilung. Die Entzündungsreaktion ist ein normaler Bestandteil des Prozesses, mit dem der Körper beginnt, verletztes Gewebe zu reparieren.
  • Beim Menschen ist nicht nachgewiesen, dass Eis die Regeneration verletzten Gewebes beschleunigt. Ein neuerer Forschungsüberblick weist außerdem darauf hin, dass einige Ergebnisse aus Tierstudien auf eine mögliche Hemmung beziehungsweise Verzögerung der Regeneration bei längerem Kühlen hindeuten.
  • Unser praktischer Ansatz kommt ohne routinemäßiges Kühlen aus. Bei regelmäßiger Anwendung von Smrekovit-Produkten kühlen wir den verletzten Bereich in der Regel nicht zusätzlich mit Eis.

Kurzzeitiges Kühlen bei sehr starken Schmerzen kann als symptomatische Maßnahme verstanden werden. Anders bewerten wir das routinemäßige wiederholte Kühlen einer Verletzung mit dem Ziel, die Entzündung zu verringern und die Erholung zu beschleunigen. Für eine solche Anwendung sehen wir keine überzeugende fachliche Grundlage und empfehlen sie im Rahmen unseres praktischen Ansatzes nicht.

Was bewirkt das Kühlen mit Eis tatsächlich?

Wenn Eis oder eine kalte Kompresse auf eine verletzte Stelle gelegt wird, sinkt die Temperatur der Haut und tiefer liegender Gewebe. Dadurch werden vor allem die Weiterleitung von Nervensignalen, die lokale Durchblutung und das Schmerzempfinden beeinflusst.

Eis kann Schmerzen verringern

Der am zuverlässigsten beschriebene Effekt des Kühlens ist eine kurzfristige Schmerzlinderung. Niedrigere Temperaturen verlangsamen die Weiterleitung von Nervensignalen und verringern die Empfindlichkeit des gekühlten Bereichs, sodass die Verletzung während des Kühlens und noch einige Zeit danach weniger schmerzen kann.

Dieser analgetische Effekt ist einer der Hauptgründe dafür, dass Eis seit Jahrzehnten nach Verletzungen eingesetzt wird.

Kühlen beeinflusst die lokale Durchblutung

Kälte führt zu Veränderungen der lokalen Durchblutung und senkt die Gewebetemperatur. Dadurch kann auch ein Teil der frühen Reaktion des verletzten Bereichs abgeschwächt werden.

Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass eine Verringerung dieser Reaktion für die Heilung vorteilhaft ist. Weniger Schmerzen oder eine weniger sichtbare Schwellung sind nicht dasselbe wie eine schnellere Regeneration des verletzten Gewebes.

Verringert Eis die Schwellung?

Kühlen wird häufig mit dem Ziel eingesetzt, die Schwellung zu begrenzen. Die Ergebnisse klinischer Studien hierzu sind jedoch deutlich weniger einheitlich als beim Effekt auf Schmerzen. Unter manchen Bedingungen wurde ein Effekt beobachtet, unter anderen hingegen kein wesentlicher Unterschied festgestellt.

Eine Schwellung ist außerdem nur ein Teil der Reaktion nach einer Verletzung. Ihre Größe allein sagt daher nicht aus, wie schnell sich das verletzte Gewebe tatsächlich regeneriert.

Weniger Schmerzen bedeuten nicht dasselbe wie schnellere Heilung

Diese Unterscheidung ist für das Verständnis des Kühlens entscheidend. Eis kann kurzfristig einen hilfreichen Effekt auf ein Symptom haben – insbesondere auf Schmerzen –, ohne dadurch zwangsläufig die biologische Reparatur des verletzten Gewebes zu verbessern.

Ein neuerer kritischer Forschungsüberblick fand beim Menschen Hinweise auf die schmerzlindernde Wirkung der Kryotherapie, jedoch keine Belege dafür, dass Kühlen nach einer Verletzung die Geweberegeneration verbessert oder die sogenannte Sekundärschädigung begrenzt.

Beschleunigt oder verlangsamt Eis die Erholung?

Bei dieser Frage ist es wichtig, zwischen kurzfristiger Linderung der Symptome und dem tatsächlichen Einfluss auf die Reparatur des verletzten Gewebes zu unterscheiden. Eis kann Schmerzen vorübergehend verringern, deutlich weniger klar ist jedoch, ob die Verletzung dadurch auch schneller heilt.

Der Unterschied zwischen Schmerzlinderung durch Eis und dem Einfluss des Kühlens auf die Heilung einer Verletzung

Was zeigen Studien beim Menschen?

Beim Menschen gibt es bislang keine hochwertigen Belege dafür, dass routinemäßiges Kühlen nach einer Verletzung die Regeneration von Muskeln, Sehnen, Bändern oder anderem Weichteilgewebe beschleunigt.

Das bedeutet nicht, dass Eis wirkungslos ist. Am zuverlässigsten beschrieben ist sein kurzfristiger schmerzlindernder Effekt. Deutlich schwieriger ist es jedoch nachzuweisen, dass Menschen durch Kühlen schneller genesen oder dass der Endzustand des verletzten Gewebes besser ist.

Kann Eis die Heilung auch verlangsamen?

Hier ist die Evidenz weniger eindeutig. Einige experimentelle und tierexperimentelle Studien weisen darauf hin, dass intensiveres beziehungsweise längeres Kühlen die Entzündungsreaktion und den zeitlichen Ablauf der Regeneration verletzten Gewebes beeinflussen kann.

Solche Ergebnisse lassen sich jedoch nicht direkt auf den Menschen übertragen und erlauben nicht den Schluss, dass jede Anwendung von Eis nach einer Verletzung die Heilung zwangsläufig verlängert.

Warum ist der Einfluss des Kühlens auf die Heilung so schwer nachzuweisen?

„Kühlen“ ist in Studien nicht immer dasselbe Verfahren. Temperatur, Dauer, Häufigkeit, Ausmaß der Verletzung und Zeitpunkt der Eisanwendung unterscheiden sich. Auch die Verletzungen selbst sind verschieden – eine Verstauchung des Sprunggelenks, eine Muskelverletzung und ein Schlag gegen das Knie sind biologisch nicht dasselbe Problem.

Ein ausgewogener Schluss lautet daher heute: Eis kann bei Schmerzen helfen, es ist jedoch nicht nachgewiesen, dass routinemäßiges Kühlen die Heilung verletzten Gewebes beschleunigt. Die Möglichkeit, dass intensives oder lang andauerndes Kühlen einzelne Regenerationsprozesse hemmt, besteht, ist beim Menschen aber noch nicht ausreichend geklärt.

Was bedeutet das in der Praxis?

Wenn jemand Eis unmittelbar nach einer Verletzung nur verwendet, um starke Schmerzen für kurze Zeit zu lindern, handelt es sich vor allem um eine symptomatische Maßnahme. Bei Smrekovit raten wir jedoch von routinemäßigem mehrmaligem Kühlen pro Tag mit dem Ziel ab, die Entzündungsreaktion zu verringern.

Unsere Haltung beruht auf langjähriger praktischer Erfahrung mit unterschiedlichen Verletzungen und auf der Tatsache, dass die heutige Evidenz nicht bestätigt, dass routinemäßiges Kühlen die Geweberegeneration beschleunigt. Da die frühe Entzündungsreaktion ein normaler Bestandteil der Heilung ist, sehen wir keinen Grund, sie ohne klare Notwendigkeit systematisch zu unterdrücken.

Warum ist die Entzündungsreaktion Teil der Heilung nach einer Verletzung?

Nach einer Verletzung wird im Gewebe eine akute Entzündungsreaktion ausgelöst. Das Wort „Entzündung“ ist oft negativ besetzt, bedeutet bei einer frischen Verletzung jedoch nicht zwangsläufig, dass etwas nicht stimmt. Es handelt sich um einen normalen frühen Bestandteil des Prozesses, mit dem der Körper geschädigte Strukturen beseitigt und die Gewebereparatur einleitet.

Verlauf der Entzündungsreaktion nach einer Verletzung – von der Gewebeschädigung bis zum Beginn der Reparatur

Was geschieht unmittelbar nach einer Verletzung?

Geschädigte Zellen setzen Signalmoleküle frei, die die lokale Durchblutung und die Gefäßdurchlässigkeit verändern und Zellen des Immunsystems an die Verletzungsstelle locken. Dadurch können Schmerzen, Wärme und Schwellung auftreten.

Zu den wichtigen Zellen dieser Reaktion gehören Neutrophile und Makrophagen. Sie wirken an der Beseitigung geschädigten Materials mit und sind an Signalen beteiligt, die die folgenden Phasen der Gewebereparatur steuern.

Entzündung ist nicht dasselbe wie Infektion

Eine Entzündung ist eine Reaktion des Organismus und kann vollständig ohne Bakterien oder andere Mikroorganismen auftreten. Bei einer Verletzung von Muskel, Band oder Sehne ist eine frühe Entzündungsreaktion daher ein erwarteter Teil des Geschehens.

Das bedeutet natürlich nicht, dass jede Entzündung nützlich ist. Eine lang anhaltende, übermäßige oder unangemessene Entzündung kann problematisch werden. Bei einer frischen Verletzung besteht das Ziel jedoch nicht automatisch darin, jedes Zeichen der Entzündungsreaktion möglichst stark zu unterdrücken.

Auch die Schwellung selbst ist kein Ziel

Es ist wichtig, zwischen einer notwendigen biologischen Reaktion und einer übermäßigen Schwellung zu unterscheiden, die zusätzliche Schmerzen verursachen oder die Beweglichkeit einschränken kann. Die Aussage, dass die Entzündungsreaktion für die Heilung notwendig ist, bedeutet daher nicht, dass „mehr Schwellung immer besser ist“. Mehr darüber, warum Schwellungen entstehen und wann sie zusätzliche Aufmerksamkeit erfordern, finden Sie auf der Seite Schwellung – Ursachen, was hilft und wann eine ärztliche Untersuchung sinnvoll ist.

Der entscheidende Punkt liegt woanders: Eine Verringerung von Schwellung oder Schmerzen beweist noch nicht, dass dadurch der Reparaturprozess des verletzten Gewebes verbessert wurde.

Was bedeutet das für das Kühlen mit Eis?

Genau hier liegt unser Hauptvorbehalt gegenüber routinemäßigem Kühlen. Wenn die frühe Entzündungsreaktion ein Bestandteil der Heilung ist, erscheint es uns fraglich, eine Verletzung mehrmals täglich intensiv zu kühlen, vor allem mit dem Ziel, diese Reaktion möglichst stark zu reduzieren.

Das allein ist noch kein Beweis dafür, dass jede Anwendung von Eis die Heilung beeinträchtigt. Es ist jedoch ein wichtiger Grund, warum wir bei Smrekovit eine routinemäßige Unterdrückung der frühen Reaktion des verletzten Gewebes durch Eis nicht empfehlen, insbesondere weil es keine überzeugenden Belege dafür gibt, dass ein solches Kühlen die Regeneration beschleunigt.

Von RICE zu PEACE & LOVE – wie sich der Umgang mit Verletzungen verändert hat

Über viele Jahrzehnte gehörte RICE – Rest, Ice, Compression, Elevation, also Ruhe, Eis, Kompression und Hochlagerung der verletzten Extremität – zu den bekanntesten Ansätzen bei frischen Sportverletzungen. Das Konzept wurde 1978 vom amerikanischen Arzt Gabe Mirkin populär gemacht, und das Kühlen wurde danach nahezu selbstverständlich zu einem Bestandteil der Ersten Hilfe bei Verletzungen.

Warum begann sich RICE zu verändern?

Mit der Zeit zeigte sich, dass vollständige Ruhe nicht immer der beste Ansatz ist und dass bei vielen Verletzungen eine rechtzeitige, schrittweise und angemessene Belastung wichtig ist. RICE wurde daher durch verschiedene Konzepte weiterentwickelt, darunter PRICE und POLICE, die den Schutz des verletzten Gewebes und eine angemessene Belastung stärker betonten.

Auch die Sicht auf Eis hat sich verändert. Seine kurzfristige schmerzlindernde Wirkung ist kaum umstritten, deutlich weniger überzeugend sind jedoch die Belege dafür, dass routinemäßiges Kühlen die Heilung des verletzten Gewebes selbst verbessert.

Entwicklung der Behandlungsansätze bei Verletzungen von RICE zu PEACE & LOVE

Auch der Begründer von RICE änderte später seine Haltung

Jahrzehnte nach der Einführung des Begriffs RICE wies Gabe Mirkin selbst darauf hin, dass Eis und vollständige Ruhe wahrscheinlich zu stark betont worden waren. Seine spätere Auffassung war, dass Eis Schmerzen lindern kann, dies aber nicht bedeutet, dass es die Erholung beschleunigt.

Das ist besonders interessant, weil diese Veränderung nicht nur von Kritikern des RICE-Konzepts ausging, sondern auch von dem Mann, der den Begriff ursprünglich populär gemacht hatte.

PEACE & LOVE – Schwerpunkt auf aktiver Erholung

2019 stellten Blaise Dubois und Jean-François Esculier im British Journal of Sports Medicine das Konzept PEACE & LOVE für die Behandlung von Weichteilverletzungen vor. Ziel dieses Ansatzes ist es, nicht nur die ersten Stunden nach einer Verletzung, sondern auch den weiteren Heilungsverlauf zu berücksichtigen.

In der frühen Phase betont PEACE den Schutz des verletzten Bereichs, die Hochlagerung der Extremität, Kompression und die Aufklärung des Patienten. Die Autoren warnen zudem ausdrücklich vor einer automatischen Unterdrückung der Entzündungsreaktion und stellen die routinemäßige Anwendung von Kryotherapie ausdrücklich infrage, da es keine hochwertigen Belege für einen positiven Einfluss auf die Heilung von Weichteilverletzungen gibt.

Nach der Anfangsphase legt LOVE den Schwerpunkt auf schrittweise Belastung, Bewegung, aerobe Aktivität und Übungen. Die modernere Sichtweise auf Verletzungen entfernt sich damit von der Vorstellung, dass sie vor allem gekühlt und vollständig entlastet werden sollten, und misst einer aktiven und schrittweisen Wiederherstellung der Funktion größere Bedeutung bei.

Was bedeutet das für unseren Ansatz?

Bei Smrekovit stehen wir dem routinemäßigen Kühlen von Verletzungen mit Eis bereits seit Jahrzehnten zurückhaltend gegenüber. Interessanterweise hat sich auch die breitere fachliche Sichtweise im Laufe der Zeit zunehmend von der früheren automatischen Regel „Verletzung = Eis und Ruhe“ entfernt.

PEACE & LOVE ist kein Beweis dafür, dass jede Anwendung von Eis schädlich ist, und auch keine universelle Leitlinie für alle Verletzungen. Es ist jedoch ein gutes Beispiel für den Wandel des Denkens: Eine Verringerung von Schmerzen und Entzündungsreaktion wird nicht mehr automatisch mit einer besseren Heilung gleichgesetzt.

Warum wir beim Einsatz von Smrekovit das Kühlen mit Eis nicht empfehlen

Bei Smrekovit vertreten wir beim Kühlen von Verletzungen seit Langem eine klare praktische Haltung: Bei regelmäßiger Anwendung von Smrekovit-Produkten empfehlen wir in der Regel nicht, den verletzten Bereich zusätzlich mit Eis zu kühlen.

Diese Empfehlung beruht auf langjähriger praktischer Erfahrung mit Verletzungen und auf der Art, wie Smrekovit unserer Ansicht nach angewendet werden sollte: regelmäßig, über einen ausreichend langen Zeitraum und ohne ständigen Wechsel zwischen verschiedenen lokalen Ansätzen. Dieselbe Regel ist auch in unseren internen Hinweisen zur Beratung bei Verletzungen enthalten.

Wir kombinieren nicht zwei unterschiedliche Ansätze

Wenn sich ein Anwender für Smrekovit entscheidet, empfehlen wir, es als eigenständigen lokalen Ansatz anzuwenden und den verletzten Bereich zwischendurch nicht regelmäßig mit Eis zu kühlen. Dies ist besonders wichtig bei der Anwendung von Smrekovit 365 Prima zusammen mit der Smrekovit Kontakt Kompresse, da die Kompresse möglichst lange auf der betroffenen Stelle verbleiben soll.

Häufiges Entfernen der Kompresse zum Kühlen und anschließendes erneutes Auftragen des Produkts verringert zudem die Konsequenz der Anwendung. Unser praktischer Ansatz ist daher einfach: Wenn wir Smrekovit anwenden, dann regelmäßig und ohne routinemäßigen Wechsel mit Eis.

Smrekovit Kontakt Kompresse auf dem verletzten Bereich

Was ist, wenn Sie die Verletzung bereits gekühlt haben?

Wenn Sie unmittelbar nach der Verletzung bereits Eis verwendet haben, ist das kein Grund, Smrekovit später nicht anwenden zu können. Vorheriges Kühlen ist an sich kein Hindernis.

Sobald Sie mit der regelmäßigen Anwendung von Smrekovit beginnen, empfehlen wir jedoch in der Regel nicht, beide Ansätze weiterhin mehrfach miteinander zu kombinieren.

Was ist mit Smrekovit 365 Ekstra, das ein kühlendes Gefühl vermittelt?

Smrekovit 365 Ekstra enthält Menthol und Kampfer und erzeugt daher auf der Haut ein deutliches Kühlgefühl. Das ist nicht dasselbe wie das Kühlen des verletzten Gewebes mit Eis oder einem Eisbeutel.

Bei Verletzungen ist unsere grundlegende praktische Wahl in der Regel 365 Prima mit der Kontakt Kompresse. Wenn der Anwender keine Kompresse verwenden möchte oder das direkte Auftragen praktischer ist, kann auch 365 Ekstra eine Möglichkeit sein. Aufgrund von Menthol und Kampfer empfehlen wir jedoch nicht, Ekstra unter der Kontakt Kompresse anzuwenden.

Bei einer frischen Verletzung das Produkt nicht einmassieren

Bei Verstauchungen, Teilrissen, Prellungen, Hämatomen und anderen frischen Weichteilverletzungen empfehlen wir nicht, den verletzten Bereich intensiv zu massieren. Das Produkt wird gleichmäßig aufgetragen oder die Kontakt Kompresse angewendet, ohne es kräftig in das verletzte Gewebe einzureiben.

Das ausführlichere praktische Vorgehen bei einzelnen Verletzungsarten ist in den Anwendungshinweisen für Smrekovit bei Verletzungen und Überlastung beschrieben.

Was tun wir nach einer Verletzung in der Praxis?

Bei einer frischen Verletzung ist es nicht am wichtigsten, möglichst viele verschiedene Maßnahmen gleichzeitig anzuwenden. Zunächst sollte die Schwere der Verletzung beurteilt werden. Anschließend gilt es, den verletzten Bereich zu schützen, die Belastung anzupassen und den Verlauf zu beobachten.

Beurteilen Sie zunächst die Schwere der Verletzung

Bei einer leichten Verstauchung, Prellung, Zerrung oder Überlastungsverletzung kann häufig zunächst konservativ vorgegangen werden. Wenn es sich konkret um eine Verstauchung des Sprunggelenks handelt, finden Sie mehr zu Verletzungsgraden, Symptomen und dem Verlauf der Erholung auf der Seite Verstauchung des Sprunggelenks – Symptome und Erholung.

Wenn der verletzte Bereich sichtbar deformiert ist, nicht normal belastet werden kann, die Schmerzen sehr stark sind, sich rasch eine ausgeprägte Schwellung entwickelt oder Taubheitsgefühle, Kribbeln beziehungsweise eine Farbveränderung der Extremität auftreten, ist eine ärztliche Abklärung erforderlich.

Schützen Sie die Verletzung und passen Sie die Belastung an

Bewegungen und Aktivitäten, die die Schmerzen deutlich verstärken, sollten anfangs nicht erzwungen werden. Das bedeutet jedoch nicht zwangsläufig eine längere vollständige Ruhigstellung. Sobald der verletzte Bereich Bewegung zulässt, wird die Belastung in der Regel schrittweise wieder auf ein gut verträgliches Maß gesteigert.

Bei manchen Verletzungen können auch eine mechanische Unterstützung des verletzten Bereichs sowie das Hochlagern der Extremität sinnvoll sein, insbesondere bei stärkerer Schwellung.

Wie wenden wir Smrekovit in dieser Zeit an?

In unserem praktischen Ansatz ist bei Verletzungen von Muskeln, Bändern und anderen Weichteilen die grundlegende Wahl Smrekovit 365 Prima zusammen mit der Smrekovit Kontakt Kompresse. Die Kompresse ermöglicht einen längeren Kontakt des Produkts mit dem ausgewählten Bereich und reduziert das Abreiben vom Anwendungsort.

Wenn möglich, verwenden wir die Kompresse möglichst lange. Wenn eine ganztägige Anwendung nicht praktisch ist, wird sie üblicherweise zumindest über Nacht angelegt, während das Produkt tagsüber mehrmals aufgetragen wird.

Wenn Sie keine Kompresse verwenden möchten, ist das mehrmalige lokale Auftragen von Smrekovit 365 Prima oder Smrekovit 365 Ekstra eine praktische Möglichkeit. Smrekovit 365 Ekstra wird ohne die Kontakt Kompresse angewendet.

Unser Ansatz: ohne routinemäßiges Kühlen und ohne Massage

Bei regelmäßiger Anwendung von Smrekovit kühlen wir den verletzten Bereich in der Regel nicht mit Eis. Bei frischen Verstauchungen, Prellungen, Hämatomen, Teilrissen und anderen Weichteilverletzungen empfehlen wir außerdem keine intensive Massage des verletzten Gewebes.

Anders ist es bei ermüdeten Muskeln nach Belastung, wenn keine akute Verletzung vorliegt und eine sanfte Massage sinnvoll sein kann.

Beobachten Sie den Verlauf, nicht nur einen einzelnen Zeitpunkt

In unserer praktischen Beratung beurteilen wir das Ergebnis üblicherweise erstmals nach etwa einer Woche ausreichend regelmäßiger Anwendung. Wir erwarten nicht unbedingt, dass die Beschwerden in dieser Zeit vollständig verschwinden, sondern achten auf eine erkennbare Veränderung – beispielsweise eine leichtere Belastbarkeit, geringere Empfindlichkeit, bessere Beweglichkeit oder ein anderes deutliches Zeichen der Besserung.

Wenn sich der Zustand nicht bessert, sich verschlechtert oder die Symptome nicht dem erwarteten Verlauf einer leichteren Verletzung entsprechen, ist es sinnvoll, die Diagnose beziehungsweise die Ursache der Beschwerden erneut zu überprüfen.

Ausführliche Hinweise zu Verstauchungen, Prellungen, Muskelverletzungen, Beschwerden der Knochenhaut, Fersensporn und anderen Überlastungsbeschwerden finden Sie auf der Seite Anwendungshinweise für Smrekovit bei Verletzungen und Überlastung.

Ivo Konc: Warum wir bei Smrekovit seit Jahrzehnten von Eis abraten

Die Haltung von Smrekovit zum Kühlen von Verletzungen entstand nicht erst durch die modernen Diskussionen über RICE. Ivo Konc riet bereits seit den Anfängen von Smrekovit um das Jahr 1990 von routinemäßigem Kühlen von Verletzungen mit Eis ab, vor allem auf Grundlage seiner langjährigen praktischen Arbeit mit Sportlern, Verletzungen und der Anwendung von Produkten aus Fichtenharz.

Sein Ausgangspunkt war einfach: Nach einer Verletzung werden im Gewebe Prozesse ausgelöst, die Teil der natürlichen Reaktion des Körpers sind. Daher erschien es ihm unlogisch, den verletzten Bereich regelmäßig stark zu kühlen, mit dem Ziel, diese Reaktion möglichst weit zu reduzieren.

Der Vergleich, mit dem er Anwendern seine Sichtweise erklärte

„Warum bewahren Sie Steaks im Kühlschrank und nicht bei Raumtemperatur auf? Damit Sie die physiologischen Prozesse verlangsamen und das Steak länger frisch bleibt. Dasselbe machen Sie mit einer Verletzung, wenn Sie sie mit Eis kühlen: Sie verlangsamen die physiologischen Prozesse und die Verletzung bleibt viel länger bestehen.“

Ivo Konc

Dieser Vergleich war Ivos praktische Erklärung seiner Sichtweise und kein wissenschaftlicher Beweis für den Einfluss von Eis auf die Heilung. Heute ist es interessant, ihn den moderneren Erkenntnissen gegenüberzustellen: Es ist klar, dass Eis Schmerzen kurzfristig lindern kann, deutlich weniger klar ist jedoch, dass routinemäßiges Kühlen die Regeneration des verletzten Gewebes verbessert.

Arhivska fotografija začetnika Smrekovita ob izdelkih
Arhivska fotografija iz obdobja razvoja in izdelave prvih izdelkov Smrekovit.

Eine Haltung, die Teil des praktischen Ansatzes von Smrekovit geblieben ist

Auch nach Jahrzehnten der Beratung von Anwendern haben wir diesen Ansatz nicht aufgegeben. Bei Verletzungen empfehlen wir weiterhin in der Regel die regelmäßige Anwendung von Smrekovit ohne gleichzeitiges routinemäßiges Kühlen mit Eis.

Heute begründen wir diese Haltung deutlich präziser als früher: Wir unterscheiden zwischen der kurzfristigen schmerzlindernden Wirkung des Kühlens, seinem Einfluss auf die Schwellung und der Frage, was während der Heilung tatsächlich im verletzten Gewebe geschieht.

Häufige Fragen zum Kühlen mit Eis nach einer Verletzung

Hilft Eis bei einer Verletzung?

Eis kann unmittelbar nach einer Verletzung die Schmerzen vorübergehend lindern und daher eine symptomatische Wirkung haben. Deutlich weniger klar ist jedoch, ob routinemäßiges Kühlen die eigentliche Reparatur des verletzten Gewebes verbessert. Es gibt keine überzeugenden Belege dafür, dass die Anwendung von Eis die Heilung beschleunigt.

Verringert Eis die Schwellung?

Kühlen beeinflusst die lokale Temperatur und Durchblutung und kann unter bestimmten Umständen die frühe Reaktion des verletzten Bereichs vermindern. Eine geringere Schwellung bedeutet jedoch nicht zwangsläufig eine schnellere Heilung. Mehr darüber, warum Schwellungen entstehen und wann sie zusätzliche Aufmerksamkeit erfordern, finden Sie auf der Seite Schwellung – Ursachen, was hilft und wann eine ärztliche Untersuchung sinnvoll ist.

Kann Eis die Heilung einer Verletzung verlangsamen?

Einige experimentelle Studien und Tierstudien deuten darauf hin, dass intensiveres beziehungsweise längeres Kühlen die Entzündungsreaktion und den Verlauf der Regeneration beeinflussen kann. Beim Menschen lässt sich jedoch nicht behaupten, dass jede Anwendung von Eis nachweislich die Heilung verlängert. Daher unterscheiden wir zwischen kurzfristigem Kühlen zur Schmerzlinderung und routinemäßigem wiederholtem Kühlen mit dem Ziel, die Erholung zu beschleunigen.

Warum empfehlen wir bei Smrekovit das Kühlen mit Eis nicht?

Bei Smrekovit empfehlen wir das routinemäßige Kühlen von Verletzungen mit Eis in der Regel nicht. Diese Haltung beruht auf langjähriger praktischer Erfahrung und auf unserem Ansatz, bei dem der verletzte Bereich bei regelmäßiger Anwendung von Smrekovit nicht mit intensivem Kühlen abgewechselt wird. Gleichzeitig bestätigen die heutigen Erkenntnisse nicht, dass routinemäßiges Kühlen die Regeneration des verletzten Gewebes beschleunigt.

Was ist, wenn ich die Verletzung bereits mit Eis gekühlt habe?

Eine vorherige Anwendung von Eis ist an sich kein Hindernis für eine spätere Anwendung von Smrekovit. Sobald Sie mit der regelmäßigen Anwendung von Smrekovit beginnen, empfehlen wir in unserem praktischen Ansatz jedoch in der Regel keinen weiteren routinemäßigen Wechsel mit Eis.

Ist das Kühlgefühl von Smrekovit 365 Ekstra dasselbe wie das Kühlen mit Eis?

Nein. Smrekovit 365 Ekstra erzeugt durch Menthol und Kampfer ein Kühlgefühl auf der Haut, dies ist jedoch nicht dasselbe wie das Absenken der Gewebetemperatur mit Eis oder einem Eisbeutel. Bei Verletzungen wird Smrekovit 365 Ekstra ohne die Kontakt Kompresse angewendet.

Was ist PEACE & LOVE und warum wird dabei Eis nicht routinemäßig eingesetzt?

PEACE & LOVE ist ein modernerer Rahmen für die Behandlung von Weichteilverletzungen, der zunächst den Schutz des verletzten Bereichs und anschließend schrittweise Belastung, Bewegung und aktive Rehabilitation betont. Die Autoren stellten die routinemäßige Kryotherapie vor allem wegen des Mangels an hochwertigen Belegen dafür infrage, dass sie die Heilung des verletzten Gewebes verbessert.

Wie sollte man bei einer Verstauchung des Sprunggelenks vorgehen?

Bei einer Verstauchung ist es wichtig, die Schwere der Verletzung zu beurteilen, die Belastung anzupassen und Schwellung, Stabilität sowie die Gehfähigkeit zu beobachten. In unserem praktischen Ansatz empfehlen wir kein routinemäßiges Kühlen. Die Verletzungsgrade, Warnzeichen und der Verlauf der Erholung sind ausführlicher auf der Seite Verstauchung des Sprunggelenks – Symptome und Erholung beschrieben.

Wann ist nach einer Verletzung eine ärztliche Untersuchung erforderlich?

Eine ärztliche Untersuchung ist insbesondere bei sichtbarer Deformierung, Unfähigkeit, die Extremität normal zu belasten, sehr starken Schmerzen, rasch auftretender ausgeprägter Schwellung, deutlicher Instabilität oder beim Auftreten von Taubheitsgefühlen, Kribbeln beziehungsweise einer Farbveränderung der Extremität erforderlich. Ein lokaler Ansatz kann die Behandlung eines Bruchs, einer Luxation oder einer größeren Band- beziehungsweise Sehnenverletzung nicht ersetzen.