Fichtenharz sammeln – kurz erklärt
- Bei unserer Art der Sammlung ist nicht allein die Jahreszeit entscheidend. Wichtig ist vor allem, dass das Harz bereits vom Baum ausgeschieden wurde und für die Entnahme geeignet ist.
- Smrekovit sammelt in der Regel älteres, teilweise oder stark ausgehärtetes Harz. Deshalb muss nicht auf frisch austretendes Harz gewartet werden.
- Wir schneiden Bäume nicht an und verletzen sie nicht absichtlich, um einen neuen Harzaustritt auszulösen.
- Einzelne Harzstücke können sich deutlich in Farbe, Härte, Geruch und Reinheit unterscheiden, da sie an unterschiedlichen Verletzungen und zu unterschiedlichen Zeitpunkten entstanden sind.
- Die Sammlung erfolgt in der Praxis in Abstimmung mit den Eigentümern beziehungsweise den zuständigen Bewirtschaftern der Flächen.
Inhaltsverzeichnis
Wann wird Fichtenharz gesammelt?
Bei der von Smrekovit angewandten Sammelmethode ist Fichtenharz nicht an eine einzige kurze Sammelsaison gebunden. Wir sammeln nicht nur frisches Harz direkt nach seinem Austritt aus dem Baum, sondern vor allem bereits ausgeschiedenes Harz, das an einer früheren Verletzungsstelle verblieben und mit der Zeit ausgehärtet ist.
Für die Sammlung ist deshalb der Zustand des Harzes wichtiger als ein bestimmtes Datum im Kalender. Am Baum kann man sehr weiches und klebriges Harz, teilweise ausgehärtetes Harz sowie deutlich älteres und hartes Harz finden. Bei unserer Methode suchen wir vor allem bereits ausgeschiedenes Harz, das entnommen werden kann, ohne zur Harzgewinnung eine neue Verletzung des Baumes zu verursachen.
Dies unterscheidet sich wesentlich von Methoden, bei denen ein Baum absichtlich angeschnitten oder anderweitig verletzt wird, um einen neuen Harzaustritt anzuregen. Bei Smrekovit verletzen wir Bäume nicht, um die Harzbildung anzuregen.
Warum sondert die Fichte überhaupt Harz ab?
Harz ist ein Teil des Abwehrsystems der Fichte. Wird die Rinde oder tiefer liegendes Gewebe verletzt, kann aus vorhandenen Harzkanälen rasch Harz austreten und die verletzte Stelle bedecken.
Dabei erfüllt das Harz mehrere Funktionen gleichzeitig. Durch seine Zähflüssigkeit und das spätere Aushärten bildet es eine physikalische Barriere, die den Wasserverlust und den direkten Kontakt des verletzten Gewebes mit der Umwelt verringert. Gleichzeitig enthält es verschiedene Terpene und andere Harzverbindungen, die an der Abwehr des Baumes gegen Insekten und Mikroorganismen beteiligt sind.
Die Reaktion kann auch nach der ursprünglichen Verletzung weitergehen. Die Fichte kann zusätzliche traumatische Harzkanäle bilden und an derselben Stelle weiteres Harz ausscheiden. Beim Verschließen der Verletzung können außerdem chemisch anders zusammengesetzte Harzmassen entstehen. Eine größere alte Harzablagerung am Stamm muss daher nicht aus einem einzigen Harzaustritt entstanden sein.
Welche Art von Harz sammeln wir bei Smrekovit?
Bei Smrekovit sammeln wir vor allem bereits von der Fichte ausgeschiedenes Harz, das an Stellen früherer Verletzungen am Baum verblieben ist. In der Regel handelt es sich um älteres, teilweise oder stark ausgehärtetes Harz und nicht ausschließlich um frisches, noch flüssiges Harz.
Dieses Harz ist kein einheitlicher Rohstoff. Einzelne Harzvorkommen können sich deutlich unterscheiden: Das Harz kann heller oder dunkler, weicher oder härter, mehr oder weniger aromatisch und unterschiedlich stark mit Rindenteilchen und anderen natürlichen Verunreinigungen vermischt sein.
Das Alter allein ist daher kein einfacher Qualitätsmaßstab. Durch die Alterung verändern sich Zusammensetzung und physikalische Eigenschaften des Harzes, und an derselben verletzten Stelle können im Laufe der Zeit unterschiedliche Harzphasen entstehen. Daraus lässt sich nicht pauschal schließen, dass älteres Harz immer „besser“ oder „stärker“ ist als frisches Harz.
Wie sammeln wir bei Smrekovit Fichtenharz?
Bei Smrekovit suchen wir nach Harz, das die Fichte bereits an einer früher verletzten Stelle ausgeschieden hat. Wir schneiden Bäume nicht an und verursachen keine neuen Verletzungen, um einen zusätzlichen Harzaustritt anzuregen.
Zunächst suchen wir am Baum geeignete Vorkommen von bereits ausgeschiedenem Harz. Wir sammeln vor allem älteres, ausreichend ausgehärtetes Harz und achten darauf, gesundes Baumgewebe nicht zu beeinträchtigen.
Bei Smrekovit suchen wir nach Harz, das die Fichte bereits an einer früher verletzten Stelle ausgeschieden hat. Wir schneiden Bäume nicht an und verursachen keine neuen Verletzungen, um einen zusätzlichen Harzaustritt anzuregen.
Zunächst suchen wir am Baum geeignete Vorkommen von bereits ausgeschiedenem Harz. Wir sammeln vor allem älteres, ausreichend ausgehärtetes Harz und achten darauf, gesundes Baumgewebe nicht zu beeinträchtigen.
Schädigt das Sammeln von Harz den Baum?
Bei der von Smrekovit angewandten Methode besteht das Ziel darin, nur bereits ausgeschiedenes Harz an einer vorhandenen Schadstelle zu entnehmen. Wir schneiden den Baum nicht an, öffnen die Verletzung nicht erneut und greifen nicht in gesunde Rinde oder gesundes Holz ein, um einen neuen Harzaustritt anzuregen.
Beim Sammeln ist die Grenze zwischen der Harzablagerung und dem darunterliegenden Gewebe entscheidend. Lässt sich das Harz nicht lösen, ohne festes Gewebe zu beeinträchtigen, oder wird eine frische beziehungsweise feuchte Oberfläche sichtbar, wird die Entnahme an dieser Stelle beendet. Ziel ist also nicht, die Schadstelle „bis auf das Holz zu reinigen“, sondern nur den Harzanteil zu entfernen, der sich ohne weiteren Eingriff in den Baum lösen lässt.
Darin liegt auch ein wesentlicher Unterschied zum aktiven Harzen, bei dem eine Verletzung gezielt erzeugt oder wiederholt erneuert wird, um einen weiteren Harzaustritt anzuregen.
Frisches und älteres Harz – worin liegt der Unterschied?
Frisch ausgeschiedenes Fichtenharz ist in der Regel weicher, klebriger und deutlich aromatischer. Es enthält einen höheren Anteil flüchtiger Verbindungen, die Geruch und physikalische Eigenschaften wesentlich mitbestimmen.
Mit der Zeit geht ein Teil dieser flüchtigen Verbindungen verloren, während das Harz aushärtet und sich chemisch verändert. Älteres Harz ist deshalb häufig härter und weniger intensiv aromatisch. Auch sein Erscheinungsbild kann sich von hellen oder gelblichen Tönen zu dunkleren oder gräulichen Oberflächen verändern.
Die Alterung ist jedoch nicht einfach nur ein „Austrocknen“. An derselben Schadstelle kann der Baum im Laufe der Zeit weiteres Harz ausscheiden, und während sich die Verletzung schließt, können außerdem Harzmassen mit anderer Zusammensetzung entstehen. Älteres Harz kann daher eine heterogene Mischung verschiedener Harzphasen sein und ist nicht lediglich frisches Harz, aus dem flüchtige Stoffe verdunstet sind.
Aus der derzeitigen Forschung lässt sich deshalb nicht pauschal ableiten, dass älteres Harz grundsätzlich besser oder schlechter als frisches Harz ist. Sicher ist jedoch, dass sich mit der Alterung sowohl die physikalischen Eigenschaften als auch die chemische Zusammensetzung verändern.
Warum unterscheiden sich einzelne Stücke Fichtenharz so stark?
Fichtenharz, das man am Baum findet, ist kein einheitliches Material mit stets gleichem Aussehen und gleichen Eigenschaften. Selbst an derselben Schadstelle können Harzanteile unterschiedlichen Alters und unterschiedlicher Herkunft nebeneinander vorkommen.
Mit der Zeit verliert das Harz einen Teil seiner flüchtigen Verbindungen, härtet aus und verändert sich chemisch. Der Baum kann an derselben Stelle später weiteres Harz ausscheiden, während beim Verschließen der Verletzung auch Harzmassen mit anderer Zusammensetzung entstehen können. Ein einzelnes Vorkommen kann daher weichere, härtere, hellere und dunklere Bereiche enthalten.
Auch natürliche Verunreinigungen beeinflussen das Erscheinungsbild. In älteren Ablagerungen können Rindenstücke und anderes Material aus der Umgebung enthalten sein. Deshalb unterscheidet sich gesammeltes Harz auch hinsichtlich Reinheit, Textur und Geruch. Solche Unterschiede sind bei einem natürlichen Harz normal und häufig bereits mit bloßem Auge erkennbar.

Was geschieht mit dem Harz nach dem Sammeln?
Nach der Sammlung ist das Harz weiterhin ein natürlicher und nicht einheitlicher Rohstoff. Es unterscheidet sich in Aussehen, Reinheit, Härte und im Anteil natürlicher Verunreinigungen. Der nächste Schritt ist daher zunächst eine grundlegende Beurteilung und Sortierung des gesammelten Harzes.
Dabei werden vor allem die Eigenschaften der einzelnen Stücke sowie das Vorhandensein größerer Rinden-, Holz- und anderer Umweltpartikel berücksichtigt. Anschließend wird das Harz sachgerecht gelagert und für die weitere Verarbeitung vorbereitet.
Das gesammelte Harz wird also nicht unmittelbar verwendet, sondern durchläuft zunächst mehrere Schritte der Vorbereitung und Verarbeitung. Den weiteren Weg vom Harz bis zum fertigen Produkt zeigt der folgende Dokumentarfilm.
Kann Fichtenharz überall gesammelt werden?
Nein. Dass der Zugang zu Wäldern in Slowenien grundsätzlich frei ist, bedeutet nicht, dass Harz überall und ohne Absprache von Bäumen entnommen werden darf. Jeder Wald hat einen Eigentümer, und für die Harzgewinnung gelten außerdem Regelungen der Waldbewirtschaftung.
Bei Smrekovit organisieren wir die Sammlung daher in Absprache mit den Eigentümern beziehungsweise Bewirtschaftern der Wälder und in zuvor vereinbarten Gebieten. Wo dies erforderlich ist, werden auch die zuständigen Forstdienste einbezogen und die nach geltendem Recht erforderlichen Verfahren geregelt.
Dieser Ansatz ist auch deshalb wichtig, weil wir die Herkunft des Harzes klar nachvollziehen und die Sammlung langfristig geordnet durchführen möchten, anstatt Harz wahllos in fremden Wäldern zu entnehmen.
Häufige Fragen zum Sammeln von Fichtenharz
Wann wird Fichtenharz gesammelt?
Bei der von Smrekovit angewandten Methode ist die Sammlung nicht an eine einzige Jahreszeit gebunden. Wir sammeln hauptsächlich Harz, das der Baum bereits ausgeschieden hat und das an einer älteren Schadstelle teilweise oder stark ausgehärtet ist. Wichtiger als ein bestimmtes Datum sind daher der Zustand des Harzes und die Eignung der Fundstelle.
Wird Fichtenharz nur im Sommer gesammelt?
Nicht unbedingt. Da wir bereits ausgeschiedenes Harz sammeln, muss nicht der Zeitpunkt abgewartet werden, an dem frisches Harz aus dem Baum austritt. Ausgehärtetes Harz kann mehrere Jahre an einer Schadstelle verbleiben. Wann eine Sammlung tatsächlich möglich ist, hängt außerdem von den Bedingungen im Gelände und den Vereinbarungen für das jeweilige Gebiet ab.
Muss eine Fichte angeschnitten werden, um Harz zu gewinnen?
Bei der Sammelmethode von Smrekovit nicht. Wir suchen Harz, das der Baum infolge einer früher entstandenen Verletzung bereits ausgeschieden hat. Wir schneiden die Bäume nicht an und öffnen ältere Schadstellen nicht erneut, um einen neuen Harzaustritt anzuregen.
Wie lange kann Fichtenharz am Baum verbleiben?
Harz kann mehrere Jahre an einer älteren Schadstelle verbleiben. In dieser Zeit verliert es einen Teil seiner flüchtigen Verbindungen, härtet aus und verändert sich. An derselben Stelle können außerdem später weitere Harzablagerungen entstehen.
Ist älteres Fichtenharz besser als frisches Harz?
Nach heutigem Kenntnisstand lässt sich das nicht pauschal sagen. Frisches und älteres Harz unterscheiden sich in ihren physikalischen Eigenschaften und ihrer chemischen Zusammensetzung. Das Alter allein bedeutet jedoch nicht, dass ein Harz besser, schlechter oder „stärker“ ist.
Warum unterscheiden sich Farbe und Härte von Fichtenharz?
Das Erscheinungsbild wird unter anderem vom Alter des Harzes, dem Verlust flüchtiger Verbindungen, Veränderungen durch Umwelteinflüsse, später ausgeschiedenem Harz sowie Rindenteilchen und anderen natürlichen Verunreinigungen beeinflusst. Daher können sich einzelne Stücke selbst innerhalb desselben Harzvorkommens deutlich unterscheiden.
Darf Fichtenharz überall gesammelt werden?
Nein. Vor der Sammlung müssen die Eigentumsverhältnisse und die geltenden forstlichen Anforderungen geprüft werden. Das slowenische Forstrecht regelt die Harzgewinnung im Rahmen der Waldbewirtschaftung. Smrekovit organisiert die Sammlung daher in Abstimmung mit Waldeigentümern beziehungsweise Bewirtschaftern und den zuständigen Stellen.



