Was hilft bei Ischias?
Bei Ischias besteht das Hauptziel darin, die Reizung des Nervs zu verringern und möglichst viel normale Bewegung beizubehalten. Vollständige Ruhe wird in der Regel nicht empfohlen; für die meisten Menschen ist es hilfreicher, schrittweise zu den alltäglichen Aktivitäten zurückzukehren und sich in einem Umfang zu bewegen, der die Beschwerden nicht deutlich verschlimmert.
Das Wichtigste in Kürze
- Bleiben Sie mäßig aktiv. Kurze Spaziergänge und häufige Positionswechsel sind in der Regel besser als langes Liegen oder Sitzen.
- Passen Sie Ihre Aktivitäten an die Beschwerden an. Reduzieren Sie vorübergehend Bewegungen und Positionen, bei denen die Schmerzen im Bein deutlich zunehmen.
- Wärme oder Kälte können das Wohlbefinden verbessern. Wählen Sie das, was Ihnen besser bekommt; eine allgemeingültige Regel „warm oder kalt“ gibt es nicht.
- Medikamente wirken nicht bei allen Formen von Ischias gleich gut. Über eine geeignete Schmerztherapie sollte man sich mit einem Arzt oder Apotheker beraten, besonders bei stärkeren oder länger anhaltenden Beschwerden.
- Übungen sind nicht für alle gleich. Sinnvoll sind sanfte, individuell angepasste Übungen, bei denen die Schmerzen im Bein nicht zunehmen.
Die meisten Fälle bessern sich allmählich ohne Operation, allerdings können die Beschwerden mehrere Wochen anhalten. Wichtiger als die Geschwindigkeit ist der Verlauf: Schmerzen und Funktion sollten sich mit der Zeit bessern und nicht kontinuierlich verschlechtern.
Wenn eine ausgeprägte oder zunehmende Schwäche im Bein, Taubheitsgefühle im Bereich des Damms oder Probleme beim Wasserlassen beziehungsweise Stuhlgang auftreten, ist eine dringende medizinische Abklärung erforderlich.
Inhaltsverzeichnis
Wie erkennt man Ischias?
Ischias ist eine Bezeichnung für Schmerzen und andere nervenbedingte Symptome, die durch eine Reizung oder einen Druck auf eine Nervenwurzel im unteren Bereich der Wirbelsäule entstehen. Typisch ist vor allem, dass sich die Beschwerden vom Gesäß beziehungsweise vom unteren Rücken entlang des Beins nach unten ausbreiten.
Schmerzen im unteren Rücken können vorhanden sein, müssen aber nicht das ausgeprägteste Symptom sein. Bei echtem Ischias können die Schmerzen im Bein sogar stärker sein als die Rückenschmerzen.
Typische Symptome von Ischias
- Schmerzen im Gesäß, die in das Bein ausstrahlen,
- stechende, brennende oder elektrisierende Schmerzen,
- Kribbeln oder ein stechendes Gefühl im Bein beziehungsweise Fuß,
- Taubheitsgefühl in einem Teil des Beins oder Fußes,
- in manchen Fällen auch ein Schwächegefühl im Bein.
Die Beschwerden sind meist auf einer Seite stärker ausgeprägt. Der Verlauf der Schmerzen hängt davon ab, welche Nervenwurzel betroffen ist, weshalb sie sich bei verschiedenen Menschen nicht genau gleich ausbreiten.
Wie beschreiben Menschen Ischiasschmerzen normalerweise?
Beschreibungen wie „es zieht mir das Bein hinunter“, „es brennt“, „wie ein Stromschlag“ oder „das Kribbeln zieht bis in den Fuß“ sind für Ischias recht typisch. Die Schmerzen können sich beim Sitzen, Aufstehen, Vorbeugen, Husten oder Niesen verändern.

Sind alle Beinschmerzen Ischias?
Nein. Schmerzen aus dem unteren Rücken oder Gesäß können auch ohne Reizung einer Nervenwurzel in das Bein ausstrahlen. Bei sogenannten übertragenen Schmerzen sind die Beschwerden häufig diffuser und typische nervenbedingte Symptome wie Kribbeln, Taubheitsgefühle oder Muskelschwäche fehlen in der Regel.
Schmerzen im Gesäß, in der Hüfte oder im Oberschenkel bedeuten daher nicht zwangsläufig Ischias. Ähnliche Beschwerden können auch durch Muskeln, Gelenke und andere Gewebe im Bereich der Wirbelsäule und Hüfte verursacht werden.
Muss bei Ischias auch der untere Rücken schmerzen?
Nicht unbedingt. Bei manchen Menschen bestehen ausgeprägte Schmerzen im unteren Rücken, bei anderen überwiegen die Schmerzen im Bein. Für Ischias sind die Ausstrahlungsrichtung der Schmerzen und das Vorhandensein nervenbedingter Symptome typischer als die Intensität der Rückenschmerzen selbst.
Wenn eine zunehmende Schwäche im Bein, Beschwerden in beiden Beinen, ein Gefühlsverlust im Bereich des Damms oder Veränderungen beim Wasserlassen beziehungsweise Stuhlgang auftreten, handelt es sich nicht mehr um eine Situation für gewöhnliche Selbsthilfe und eine dringende medizinische Abklärung ist erforderlich.

Was verursacht Ischias?
Ischias entsteht durch eine Reizung oder einen Druck auf eine der Nervenwurzeln im Bereich der Lenden- oder Kreuzbeinwirbelsäule. Die häufigste Ursache ist ein Bandscheibenvorfall, ähnliche Symptome können jedoch auch durch andere Veränderungen entstehen, die den Raum für die Nerven einengen.
Häufigste Ursache: Bandscheibenvorfall
Die Bandscheiben wirken als elastische Puffer zwischen den Wirbeln. Wenn sich ein Teil einer Bandscheibe vorwölbt oder nach außen austritt, kann er mit einer benachbarten Nervenwurzel in Kontakt kommen. Dabei spielt nicht nur der mechanische Druck eine Rolle – auch entzündliche Prozesse im Bereich der betroffenen Bandscheibe können die Nervenwurzel zusätzlich reizen.
Ein Bandscheibenvorfall ist die häufigste einzelne Ursache von Ischias. Das bedeutet jedoch nicht, dass jeder Bandscheibenvorfall Schmerzen verursacht. Veränderungen der Bandscheiben kommen auch bei Menschen ohne Beschwerden häufig vor. Deshalb ist es wichtig, dass die Befunde der Bildgebung mit dem tatsächlichen Schmerzverlauf und den neurologischen Zeichen übereinstimmen.

Einengung des Raums für die Nerven
Bei einer Spinalkanalstenose oder einer Verengung der Öffnungen, durch die die Nerven die Wirbelsäule verlassen, steht der Nervenwurzel weniger Raum zur Verfügung. Solche Veränderungen treten mit zunehmendem Alter häufiger auf und können mit Verschleiß der Bandscheiben, Gelenke und anderen degenerativen Veränderungen der Wirbelsäule zusammenhängen.
Wirbelgleiten
Ischias kann auch bei einer Spondylolisthesis auftreten, wenn sich ein Wirbel gegenüber dem benachbarten Wirbel verschiebt und dadurch den Raum für die Nervenwurzel verringert.
Seltenere Ursachen
Seltener können Verletzungen, Infektionen, entzündliche Erkrankungen oder Raumforderungen im Bereich der Wirbelsäule für radikuläre Symptome verantwortlich sein. Deshalb ist es wichtig, auf einen ungewöhnlichen Verlauf, allgemeines Unwohlsein, Fieber, unerklärlichen Gewichtsverlust oder rasch zunehmende neurologische Beschwerden zu achten.
Was ist mit dem Piriformis-Muskel und einem „eingeklemmten Nerv im Gesäß“?
Schmerzen im Gesäß und entlang des Beins entstehen nicht immer durch eine Nervenwurzel in der Wirbelsäule. Seltener kann auch der Ischiasnerv außerhalb der Wirbelsäule gereizt werden, zum Beispiel tief im Gesäßbereich. Solche Beschwerden können Ischias ähneln, sind aber nicht dasselbe wie typische lumbosakrale radikuläre Schmerzen.
Die Schmerzstelle allein zeigt daher nicht zuverlässig, wo die Ursache liegt. Wichtig sind der Verlauf der Schmerzen, mögliche Kribbel- oder Taubheitsgefühle, die Muskelkraft und die klinische Untersuchung.
Wie wird Ischias behandelt?
Die Behandlung von Ischias hängt von der Ursache, der Stärke der Beschwerden und ihrer Dauer ab. Bei den meisten Menschen beginnt die Behandlung mit einem nichtoperativen Ansatz: Anpassung der Aktivitäten, schrittweise Bewegung und bei Bedarf Medikamente zur Schmerzlinderung. Eine Operation ist nur bei einem kleineren Teil der Patienten erforderlich.
Bewegung und Physiotherapie
Längere Bettruhe wird bei Ischias in der Regel nicht empfohlen. Sinnvoller ist es, möglichst aktiv zu bleiben, die Position häufig zu wechseln und schrittweise zu den normalen Aktivitäten zurückzukehren.
Wenn die Beschwerden anhalten oder die Beweglichkeit einschränken, kann Physiotherapie mit individuell angepassten Übungen hilfreich sein. Es gibt keine einzelne Übung, die für alle Formen von Ischias geeignet ist. Entscheidend ist vor allem, wie die Beschwerden auf die Bewegung reagieren.
Welche Medikamente werden bei Ischias eingesetzt?
Bei stärkeren Schmerzen können Medikamente zur Linderung der Beschwerden eingesetzt werden. Ihre Wirksamkeit bei Ischias ist jedoch nicht für alle Arzneimittelgruppen gleich gut belegt. Bei nichtsteroidalen Antirheumatika, zu denen einige häufig verwendete Schmerzmittel gehören, sind die Nachweise für einen Nutzen bei Ischias begrenzt. Gleichzeitig müssen mögliche Nebenwirkungen berücksichtigt werden.
Daher ist es besonders bei stärkeren oder länger anhaltenden Beschwerden sinnvoll, die Wahl des Medikaments mit einem Arzt oder Apotheker abzuklären. Dies gilt insbesondere bei Erkrankungen des Magens, der Nieren oder des Herzens, bei gleichzeitiger Einnahme anderer Medikamente oder bei älteren Menschen.
Welche Medikamente werden routinemäßig nicht empfohlen?
Aktuelle Leitlinien zur Behandlung von Ischias empfehlen die routinemäßige Anwendung von Gabapentinoiden und anderen Antiepileptika, oralen Kortikosteroiden oder Benzodiazepinen nicht, da es nicht genügend Belege für einen Nutzen gibt und mögliche Risiken bestehen. Auch Opioide werden zur Behandlung von chronischem Ischias nicht empfohlen.
Wann kommt eine epidurale Injektion infrage?
Bei akutem und sehr ausgeprägtem Ischias kann ein Spezialist in bestimmten Fällen eine epidurale Injektion eines Lokalanästhetikums und eines Kortikosteroids in Betracht ziehen. Dies ist bei leichteren Beschwerden keine übliche Erstmaßnahme, sondern eine Möglichkeit bei stärkeren Symptomen, wenn eine fachärztliche Behandlung erforderlich ist.
Wann ist eine Operation notwendig?
Bei den meisten Menschen ist keine Operation erforderlich. Eine operative Entlastung der Nervenwurzel kann erwogen werden, wenn sich Schmerzen oder Funktion durch die nichtoperative Behandlung nicht bessern und bildgebende Untersuchungen eine Veränderung zeigen, die zu den Beschwerden passt.
Bei rasch zunehmender Muskelschwäche oder Zeichen einer ernsthaften Nervenkompression kann eine schnellere fachärztliche Abklärung erforderlich sein.
Ist bei Ischias immer ein MRT erforderlich?
Nein. Eine Bildgebung der Wirbelsäule ist bei einem typischen Verlauf von Ischias in der Regel nicht sofort erforderlich. Ein MRT ist eher sinnvoll, wenn das Ergebnis die weitere Behandlung beeinflussen würde, zum Beispiel vor einem fachärztlichen Eingriff oder wenn der Verdacht auf eine ernstere Ursache der Beschwerden besteht.
Smrekovit bei Ischias – praktische Anwendungshinweise
Bei Smrekovit-Anwendern, die uns wegen Schmerzen kontaktieren, die vom Gesäß oder unteren Rücken in das Bein ausstrahlen, konzentrieren wir uns bei der lokalen Anwendung nicht nur auf die Stelle, an der die Schmerzen am stärksten sind. Wenn das Beschwerdemuster auf einen Ursprung in der Wirbelsäule hindeutet, beziehen wir die Wirbelsäule in unsere praktische Anwendungsweise immer mit ein.
Dies ist einer der häufigsten Unterschiede zwischen unserem praktischen Ansatz und der spontanen Anwendung: Das Bein schmerzt, deshalb wird nur das Bein eingecremt. Nach unseren langjährigen Erfahrungen ist es bei einem solchen Beschwerdemuster wichtiger, auch den Bereich einzubeziehen, von dem die Beschwerden ausgehen können.
Wo wird Smrekovit aufgetragen?
Bei Beschwerden, die sich entlang des Beins zeigen, empfehlen wir in unseren praktischen Hinweisen die Anwendung auf einem größeren Bereich der Wirbelsäule – vom oberen Bereich des Gesäßes beziehungsweise vom Beginn der Gesäßfalte aufwärts entlang des Rückens. Wir versuchen nicht, einen einzelnen Wirbel oder einen ganz bestimmten Punkt zu bestimmen.
Wenn die Schmerzen deutlich durch das Gesäß und das Bein ausstrahlen, kann das Produkt bei Bedarf auch auf diese Bereiche aufgetragen werden. Die Wirbelsäule lassen wir jedoch nicht aus, nur weil die Schmerzen im Bein stärker sind.
365 Prima und die Kontakt Kompresse
Unser grundlegender praktischer Ansatz bei solchen Beschwerden ist Smrekovit 365 Prima zusammen mit der Smrekovit Kontakt Kompresse. Die gesamte Kompresse in der Größe 17 × 24 cm wird längs entlang der Wirbelsäule angebracht, wobei die längere Seite parallel zur Wirbelsäule verläuft.
Bei der ersten Anwendung verwenden wir ausreichend Creme, damit der Baumwollteil der Kompresse gut durchtränkt ist. Bei den folgenden Anwendungen wird in der Regel weniger benötigt, da die Kompresse bereits gesättigt ist.

Salbe oder Creme bei Ischias?
Anwender suchen häufig nach einer „Salbe gegen Ischias“. Bei Smrekovit kann auch Smrekovit Klasik verwendet werden. Aufgrund seiner fettreicheren und länger haftenden Grundlage ist es jedoch für die Anwendung auf einem größeren Bereich des Rückens weniger praktisch. Deshalb bevorzugen wir bei dieser Anwendung in der Regel die Creme 365 Prima.
Wenn der Anwender die Kontakt Kompresse nicht verwenden möchte, ist auch Smrekovit 365 Ekstra eine praktische Möglichkeit. Sie wird allein und mehrmals täglich angewendet. Durch Menthol und Kampfer entsteht beim Auftragen ein kühlendes Gefühl.
Häufigster Fehler: Anwendung nur am Bein
Wenn die Schmerzen durch Gesäß, Oberschenkel oder Wade ziehen, ist es nachvollziehbar, dass das Produkt vor allem dort aufgetragen wird. In unserer Praxis ist dies jedoch einer der häufigsten Fehler bei Beschwerden, von denen wir vermuten, dass sie ihren Ursprung im Bereich der Lendenwirbelsäule haben.
Bei der lokalen Anwendung betrachten wir daher einen größeren Bereich: Der Bereich der Wirbelsäule bildet die Grundlage, schmerzhafte Stellen am Bein können zusätzlich einbezogen werden.
Dieser Abschnitt beschreibt unsere praktische Anwendungsweise von Smrekovit Produkten und basiert auf langjährigen Erfahrungen in der Beratung von Anwendern. Er ersetzt weder die Diagnose noch die Behandlung der Ursache des Ischias.
Wie lange dauert der Ischias?
Die Dauer von Ischias kann sehr unterschiedlich sein und hängt vor allem von der Ursache und dem Ausmaß der Reizung der Nervenwurzel ab. Bei vielen Menschen beginnt sich der Zustand innerhalb einiger Wochen allmählich zu bessern, Schmerzen, Kribbeln oder Taubheitsgefühle können bei manchen jedoch länger anhalten.
Als grobe Orientierung beginnt sich Ischias häufig innerhalb von etwa 4–6 Wochen zu beruhigen. Das ist jedoch keine Frist, bis zu der die Beschwerden zwingend verschwunden sein müssen, da die Erholung bei ausgeprägteren Beschwerden mehrere Monate dauern kann.
Der Verlauf ist wichtiger als die Anzahl der Tage
Bei der Beobachtung von Ischias sollte man nicht erwarten, dass die Schmerzen jeden Tag geringer werden. Die Beschwerden können je nach Belastung, Sitzen, Bewegung und Körperhaltung schwanken. Wichtiger ist, dass sich Schmerzen und Bewegungsfähigkeit beziehungsweise die Fähigkeit, alltägliche Aktivitäten auszuführen, über einen längeren Zeitraum verbessern.
Warum können Kribbeln oder Taubheitsgefühle länger anhalten?
Nervengewebe kann sich nach einer Reizung langsamer beruhigen als die Schmerzen selbst. Deshalb kann es vorkommen, dass die Schmerzen bereits deutlich geringer sind, während Kribbeln oder ein verändertes Gefühl in einem Teil des Beins noch einige Zeit bestehen bleiben.
Wenn sich Gefühl oder Muskelkraft allmählich verbessern, ist dies eine andere Situation als bei Beschwerden, die sich ausbreiten oder verstärken.
Was ist, wenn Ischias länger als einige Wochen anhält?
Wenn nach mehreren Wochen keine klare Besserung erkennbar ist oder die Schmerzen den Alltag weiterhin stark einschränken, ist eine fachliche Abklärung sinnvoll. Je nach klinischem Bild können dann Physiotherapie, eine Anpassung der Behandlung oder weitere diagnostische Untersuchungen in Betracht gezogen werden.
Wenn jedoch zu irgendeinem Zeitpunkt eine neue oder zunehmende Muskelschwäche, Beschwerden in beiden Beinen, ein Gefühlsverlust im Bereich des Damms oder Störungen beim Wasserlassen beziehungsweise Stuhlgang auftreten, sollte nicht auf den üblichen Verlauf der Erholung gewartet werden, sondern eine dringende medizinische Abklärung erfolgen.
Bewegung, Übungen sowie Wärme oder Kälte bei Ischias
Bei Ischias ist vollständige Ruhe in der Regel nicht die beste Wahl. Auch wenn Bewegung in der akuten Phase unangenehm sein kann, ist es meist sinnvoll, so viel Alltagsaktivität beizubehalten, wie die Beschwerden zulassen, und insbesondere langes Liegen oder Sitzen zu vermeiden.
Ist Gehen bei Ischias empfehlenswert?
Kurze Spaziergänge sind für viele Menschen eine geeignete Möglichkeit, aktiv zu bleiben. Es ist besser, mehrmals eine kürzere Strecke zu gehen, als an einem langen Spaziergang festzuhalten, nach dem die Schmerzen im Bein deutlich zunehmen.
Das Ziel ist nicht, „den Schmerz zu überwinden“, sondern ein Maß an Bewegung zu finden, das ohne eine deutliche und anhaltende Verschlechterung der Beschwerden möglich ist.
Was ist mit Sitzen?
Langes Verharren in derselben Position kann die Beschwerden verschlimmern. Wenn Sie viel sitzen müssen, ist es sinnvoll, die Position häufig zu wechseln, zwischendurch aufzustehen und ein wenig zu gehen. Es gibt nicht die eine perfekte Sitzposition für alle Menschen mit Ischias – häufige Positionswechsel sind hilfreicher.
Welche Übungen helfen bei Ischias?
Es gibt keine einzelne Übung, die für jeden Ischias geeignet ist. Die Auswahl hängt von der Ursache der Beschwerden, der Beweglichkeit und vor allem davon ab, wie die Symptome auf eine bestimmte Bewegung reagieren. Manche Menschen vertragen eine Streckung der Wirbelsäule besser, anderen bekommt eine andere Bewegungsform besser.
Deshalb empfehlen wir auf dieser Seite keine einzige universelle Übung. Für den Anfang sind sanfte Bewegung, Gehen und Übungen geeigneter, die keine deutliche Ausbreitung oder Verstärkung der Schmerzen im Bein verursachen. Bei länger anhaltenden oder ausgeprägteren Beschwerden ist es sinnvoll, die Übungen gemeinsam mit einem Physiotherapeuten anzupassen.
Wärme oder Kälte bei Ischias?
Für Ischias gibt es keine allgemeine Regel, dass Wärme immer besser ist oder Kälte immer besser ist. Wärme kann das Gefühl von Verspannung und Schmerzen vorübergehend lindern und wird von vielen als angenehm empfunden. Wenn Ihnen Kälte besser bekommt, kann sie zur kurzfristigen Linderung der Beschwerden eingesetzt werden.
Bei beiden Ansätzen geht es vor allem um eine Verbesserung des Wohlbefindens, nicht um die Beseitigung der Ursache der Nervenreizung. Legen Sie warme oder kalte Auflagen nicht direkt auf die Haut und seien Sie besonders vorsichtig in Bereichen mit vermindertem Empfindungsvermögen.
Wann sollte eine Übung abgebrochen werden?
Leichtes Unbehagen während der Bewegung bedeutet nicht automatisch, dass Sie sich schaden. Anders ist es, wenn die Schmerzen während der Übung deutlich zunehmen, sich weiter nach unten ins Bein ausbreiten oder neue beziehungsweise stärkere Kribbelgefühle, Taubheit oder Schwäche auftreten. In diesem Fall sollten Sie die Übung abbrechen und den Ansatz anpassen.
Das Ziel der Bewegung besteht nicht darin, eine „Wunderübung“ zu finden, sondern die Funktion schrittweise zu erhalten und auf eine Weise zu den normalen Aktivitäten zurückzukehren, die der Körper gut verträgt.
Wann sollte man bei Ischias zum Arzt gehen und wann ist es dringend?
Die meisten Fälle von Ischias bessern sich allmählich und erfordern keine dringende Behandlung. Wichtig ist jedoch, Warnzeichen zu erkennen, bei denen es nicht sinnvoll ist, den üblichen Verlauf abzuwarten oder ausschließlich mit Selbsthilfe fortzufahren.
Wann ist eine Untersuchung sinnvoll?
Eine Untersuchung ist sinnvoll, wenn die Schmerzen sehr stark sind, das Gehen, Schlafen oder alltägliche Aktivitäten deutlich einschränken oder sich nach mehreren Wochen kein klarer Trend zur Besserung zeigt.
Eine fachliche Abklärung ist auch empfehlenswert, wenn stärkere Taubheitsgefühle auftreten, wiederholt Schwäche im Bein entsteht oder die Diagnose unklar ist und nicht sicher feststeht, dass es sich tatsächlich um Ischias handelt.
Zunehmende Schwäche im Bein
Wenn das Bein spürbar schwächer wird, der Fuß zunehmend hängen bleibt oder es immer schwerer wird, auf den Zehenspitzen beziehungsweise auf der Ferse zu stehen, ist eine raschere medizinische Abklärung erforderlich. Eine zunehmende Muskelschwäche ist ein wichtigeres Warnzeichen als die Stärke der Schmerzen allein.
Wann ist dringend Hilfe erforderlich?
In seltenen Fällen kann ein starker Druck auf die Nerven im unteren Bereich der Wirbelsäule ein Cauda-equina-Syndrom verursachen. Dabei handelt es sich um einen Notfall, bei dem eine schnelle medizinische Behandlung wichtig ist.
Suchen Sie insbesondere dann dringend medizinische Hilfe, wenn zusammen mit Schmerzen im unteren Rücken oder in den Beinen folgende Beschwerden auftreten:
- neuer Gefühlsverlust oder eine deutliche Veränderung des Empfindens im Bereich des Damms, der Genitalien oder des Afters,
- neu auftretende Probleme beim Wasserlassen, zum Beispiel Schwierigkeiten, mit dem Wasserlassen zu beginnen, Harnverhalt oder Verlust der Blasenkontrolle,
- Verlust der Kontrolle über den Stuhlgang,
- ausgeprägte Schwäche oder Taubheitsgefühle in beiden Beinen.
Bei diesen Zeichen sollte nicht abgewartet werden, ob sich der Zustand von selbst bessert, und auch nicht ausschließlich mit Übungen oder lokalen Ansätzen fortgefahren werden.
Weitere Warnzeichen
Zusätzliche Vorsicht ist erforderlich, wenn die Schmerzen zusammen mit Fieber oder allgemeinem Unwohlsein, nach einer größeren Verletzung, bei einer bekannten Krebserkrankung oder bei einer raschen Verschlimmerung starker Schmerzen ohne klaren Grund auftreten.
Solche Zeichen bedeuten nicht zwangsläufig, dass eine ernste Erkrankung vorliegt, sind aber ein Grund, neben einem gewöhnlichen Ischias auch andere mögliche Schmerzursachen abzuklären.
Warum hat Ischias einen besonderen Platz in der Geschichte von Smrekovit?
Beschwerden an der Wirbelsäule und Schmerzen, die in das Bein ausstrahlen, haben in der Geschichte von Smrekovit einen besonderen Stellenwert. Aus der persönlichen Erfahrung von Ivo Konc mit solchen Beschwerden begann vor mehr als drei Jahrzehnten die Entwicklung der ersten Fichtenharzsalbe.
Diese Geschichte ist auch der Grund, warum wir Anwender bereits seit vielen Jahren zu Beschwerden an der Wirbelsäule und ausstrahlenden Beinschmerzen beraten. Mit der Zeit entwickelte sich aus einer einzelnen Erfahrung eine praktische Anwendungsweise, die wir heute getrennt von der medizinischen Erklärung des Ischias beschreiben.
Im folgenden Video erzählt Ivo Konc von seiner Erfahrung und den Anfängen von Smrekovit.
Erfahrungen von Anwendern bei Ischias
Nachfolgend finden Sie einzelne Rückmeldungen von Smrekovit-Anwendern, die ihre Erfahrungen mit Ischias beziehungsweise mit Schmerzen beschrieben haben, die vom unteren Rücken oder Gesäß in das Bein ausstrahlten. Es handelt sich um persönliche Erfahrungen einzelner Personen; Verlauf und Ergebnis können bei anderen Anwendern anders sein.
Ich benutze Smrekovit zweimal täglich zur Linderung von Rücken- und Hüftschmerzen. Vor jeder körperlichen Arbeit – etwa bei der Gartenarbeit – trage ich es vorsorglich auf. Als meine Tochter Ischiasim linken Bein und im unteren Rücken hatte.
Franja Šara, Ptuj
[31] handschriftliche Rückmeldung unbekannten Datums, aufbewahrt im Archiv von Smrekovit
Für meine Gelenke, den Rücken und die Beine verwende ich Smrekovit. Ich hatte starken Ischias und habe es dreimal täglich aufgetragen. Es hat mir außerordentlich geholfen.
Ida, Zasip
[97] handschriftliche Rückmeldung unbekannten Datums, aufbewahrt im Archiv von Smrekovit
Ich habe seit mehr als zwanzig Jahren Ischias im linken Bein und im unteren Rücken. Eine Operation ist nicht möglich. Wetterumschwünge sind besonders schmerzhaft. Dann massiere ich alle betroffenen Stellen mit Smrekovit, wickle sie warm ein, und der Schmerz lässt nach. Ich bin sehr zufrieden mit den Produkten, weil sie meine Schmerzen zuverlässig lindern.
Silvana, Branik
[102] handschriftliche Rückmeldung vom 7.5.2018, gespeichert im Smrekovit-Archiv
Seit drei Wochen habe ich Ischiasbeschwerden im rechten Bein. Der Schmerz war so stark, dass ich ihn kaum beschreiben konnte. Ich begann, auch meinen Fuß einzureiben, und muss sagen, dass das sehr hilft. Jetzt kann ich wieder normal gehen, und die Schmerzen im Bein haben so weit nachgelassen, dass ich endlich wieder schlafen kann.
Ana, Dolenjske toplice
[106] handschriftliche Rückmeldung unbekannten Datums, aufbewahrt im Archiv von Smrekovit
Weitere Erfahrungen von Nutzern finden Sie hier →
Häufige Fragen zu Ischias
Was ist Ischias?
Ischias ist eine Bezeichnung für Schmerzen und andere nervenbedingte Symptome, die durch eine Reizung oder einen Druck auf eine Nervenwurzel im unteren Bereich der Wirbelsäule entstehen. Die Beschwerden ziehen typischerweise durch das Gesäß in das Bein hinunter und können von Kribbeln, Taubheitsgefühlen oder Schwäche begleitet sein. Mehr dazu finden Sie im Abschnitt Wie erkennt man Ischias?.
Ist Ischias dasselbe wie eine Nervenentzündung?
Der Ausdruck „Nervenentzündung“ wird im Alltag häufig für Ischias verwendet, ist jedoch nicht ganz präzise. Bei Ischias kann die Nervenwurzel mechanisch eingeengt und gleichzeitig chemisch beziehungsweise entzündlich gereizt sein, beispielsweise durch einen Bandscheibenvorfall. Ischias ist daher nicht zwangsläufig nur eine klassische „Nervenentzündung“.
Was hilft bei Ischias?
Für die meisten Menschen ist es wichtig, mäßig aktiv zu bleiben, die Position häufig zu wechseln und schrittweise zu den normalen Aktivitäten zurückzukehren. Bei Bedarf können Medikamente zur Schmerzlinderung eingesetzt werden. Bei länger anhaltenden Beschwerden kommen auch Physiotherapie und individuell angepasste Übungen infrage. Die Behandlung hängt außerdem von der Ursache der Beschwerden ab. Mehr dazu finden Sie im Abschnitt Wie wird Ischias behandelt?.
Wie lange dauert Ischias?
Bei vielen Menschen beginnt sich Ischias innerhalb einiger Wochen allmählich zu bessern. Als grobe Orientierung werden häufig etwa 4–6 Wochen genannt, bei manchen kann die Erholung jedoch auch mehrere Monate dauern. Wichtiger als die genaue Anzahl der Tage ist der langfristige Trend zur Besserung. Mehr dazu finden Sie im Abschnitt Wie lange dauert Ischias?.
Ist Gehen bei Ischias empfehlenswert?
Kurze Spaziergänge sind für viele Menschen eine geeignete Möglichkeit, aktiv zu bleiben. Es ist besser, mit kürzeren Strecken zu beginnen und die Reaktion der Beschwerden zu beobachten, als an langen Spaziergängen festzuhalten, nach denen sich die Schmerzen deutlich und anhaltend verschlimmern. Längere Bettruhe wird in der Regel nicht empfohlen.
Ist bei Ischias Wärme oder Kälte besser?
Eine allgemeingültige Regel gibt es nicht. Wärme wird von vielen als angenehm empfunden und kann das Gefühl von Verspannung und Schmerzen vorübergehend lindern, manchen bekommt Kälte besser. Bei beiden handelt es sich vor allem um symptomatische Hilfe und nicht um eine Beseitigung der Ursache des Ischias. Mehr dazu finden Sie im Abschnitt Bewegung, Übungen sowie Wärme oder Kälte bei Ischias.
Gibt es eine beste Übung für Ischias?
Nein. Ischias kann verschiedene Ursachen haben, und auch die Reaktion auf einzelne Bewegungen ist nicht bei allen Menschen gleich. Eine Übung, die einer Person guttut, kann bei einer anderen die Beschwerden verschlimmern. Deshalb ist es wichtiger, Bewegungen zu wählen, bei denen die Schmerzen im Bein nicht zunehmen, und bei stärkeren oder länger anhaltenden Beschwerden die Übungen gemeinsam mit einem Physiotherapeuten anzupassen.
Welche Salbe oder Creme sollte man bei Ischias verwenden?
Eine Salbe oder Creme kann einen Bandscheibenvorfall beziehungsweise eine andere mechanische Ursache der Nervenwurzelreizung nicht beseitigen. Bei der lokalen Anwendung von Smrekovit bei diesem Beschwerdemuster konzentrieren wir uns nicht nur auf das schmerzende Bein, sondern beziehen auch den unteren Rücken beziehungsweise den Bereich der Wirbelsäule mit ein. Am häufigsten verwenden wir Smrekovit 365 Prima, allein oder zusammen mit der Kontakt Kompresse. Mehr über unseren praktischen Ansatz finden Sie im Abschnitt Smrekovit bei Ischias – praktischer Ansatz.
Kann Ischias von selbst verschwinden?
Ja. Viele Fälle von Ischias bessern sich allmählich ohne Operation. Das bedeutet jedoch nicht, dass man bei allen Beschwerden einfach nur abwarten sollte. Wenn die Symptome anhalten, alltägliche Aktivitäten deutlich einschränken oder sich verschlimmern, ist eine fachliche Abklärung sinnvoll.
Wann sollte man bei Ischias zum Arzt gehen?
Eine Untersuchung ist bei starken oder länger anhaltenden Schmerzen, ausgeprägten Taubheitsgefühlen oder Schwäche sowie dann sinnvoll, wenn nach mehreren Wochen keine klare Besserung eintritt. Dringende medizinische Hilfe ist dagegen bei neu auftretender Taubheit im Bereich des Damms, neuen Problemen beim Wasserlassen oder Stuhlgang sowie bei ausgeprägter beziehungsweise zunehmender Schwäche erforderlich, insbesondere wenn beide Beine betroffen sind. Mehr dazu finden Sie im Abschnitt Wann sollte man bei Ischias zum Arzt gehen und wann ist es dringend?.
