Fichtenharz
Was Fichtenharz so außergewöhnlich macht
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Fichtenharz – seine Geheimnisse, Zusammensetzung und Gewinnung
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Fichtenharz in medizinischen Aufzeichnungen durch die Jahrhunderte
Ibn Sina
Hippokrates
Volksmedizin (Slowenien)
Pater Ašič und die moderne Anwendung
Fichtenharz in medizinischen Aufzeichnungen der Geschichte
Bereits um 5000 v. Chr. kauten die Menschen im Gebiet des heutigen Finnlands Fichtenharz. Im Jahr 2007 entdeckten finnische Archäologen Kauspuren, die zeigen, dass das Harz als natürlicher Kaugummi und als Hilfe bei Problemen im Mundraum und im Verdauungstrakt verwendet wurde.
Zwischen 460 und 370 v. Chr. beschrieb Hippokrates – der Vater der westlichen Medizin – verschiedene Methoden zur Anwendung von Fichtenharz, die Ärzte bis ins Mittelalter hinein erfolgreich nutzten. Der römische Schriftsteller und Redner Plinius der Jüngere (61–113 n. Chr.) berichtete, dass Bäuerinnen im alten Rom Bernsteinketten nicht nur als Schmuck trugen, sondern auch als Heilmittel gegen geschwollene Lymphknoten und Halsschmerzen – und Bernstein ist nichts anderes als fossilisiertes Harz.
Der persische Arzt Ibn Sina (Avicenna), einer der einflussreichsten Denker des islamischen Goldenen Zeitalters, schrieb dem Harz zu Beginn des 1. Jahrtausends heilende Wirkungen zu, insbesondere in seinem Werk Kanon der Medizin. Auch im 16. Jahrhundert finden sich bemerkenswerte Beispiele: Der preußische Herzog Albrecht von Brandenburg schickte Martin Luther ein aus verfestigtem Fichtenharz hergestelltes Heilmittel zur Behandlung von Nierensteinen.
Im 19. Jahrhundert entwickelte der amerikanische Chemiker Henry R. Gray aus dem Harz der Rotfichte den „Gray’s Syrup“, ein beliebtes Mittel gegen Husten, Erkältungen, Halsschmerzen und Bronchitis. Etwa zur selben Zeit (im Jahr 1848) stellte John B. Curtis, inspiriert von der Verwendung von Harz bei den amerikanischen Ureinwohnern, den ersten kommerziellen Kaugummi aus Fichtenharz her.
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Fichtenharz in der volkskundlichen und kulturellen Verwendung
Fund mit Zahnabdrücken
Die amerikanischen Ureinwohner und Fichtenharz
Der erste kommerzielle Kaugummi
Fichtenharz in der Viehpflege
Fichtenharz in der traditionellen Volksanwendung
Über die Jahrhunderte hinweg spielte Fichtenharz auch in der Volksmedizin eine wichtige Rolle. In Finnland wurde es mit Butter zu einer traditionellen Salbe zur Behandlung von Wunden verarbeitet. Die amerikanischen Ureinwohner nutzten das Harz zur Wundheilung, bei Mastitis beim Vieh sowie bei Hals- und Verdauungsbeschwerden. Auf ihrem Wissen basierte auch die Erfindung des Amerikaners Curtis, der den ersten Kaugummi herstellte.
Im slowenischen Raum nutzten Bauern Fichtenharz zur Herstellung verschiedener Salben und Einreibemittel. Die Anwendung war weit verbreitet, vor allem zur Behandlung von Mastitis bei Kühen, von Wunden sowie anderen Entzündungen bei Menschen und Tieren. In der Region Gorenjska wurde die Salbe aufgrund ihres charakteristischen Geruchs smrdljivc genannt. Bis 1971 wurde sie von der Familie Sodja aus Nemški Rovt in Bohinj hergestellt. Die Kinder verkauften die Salbe in den umliegenden Dörfern und kauften sich vom Erlös Schuhe.
In einigen Regionen wurde reines Harz von Nadelbäumen – vor allem von Fichte, Lärche und Tanne – pilpuh genannt. Man sammelte frische Harztropfen und verwendete sie zur Behandlung von Furunkeln, Arthritis, Wunden und Schmerzen. Sehr bekannt war auch die Kräuterfrau Prežla aus Lesce in der Region Gorenjska, die dunkles Fichtenharz auf verschiedene Körperstellen auflegte, um Rückenschmerzen und andere Beschwerden zu lindern.
Der slowenische Kräuterexperte Pater Simon Ašič beschrieb Fichtenharz als natürliche Hilfe bei Hauterkrankungen, Ausschlägen, Wunden, Muskelproblemen sowie zur Stärkung der körpereigenen Abwehrkräfte.
Auch in der modernen Volksmedizin hat sich ihre Verwendung erhalten. Fichtenharz wurde zur Behandlung von Abschürfungen, Verbrennungen, Furunkeln, Rheuma, Arthritis, Tuberkulose, Erkältungen, Husten, Halsentzündungen, Verdauungsstörungen, Kopfschmerzen, Tumoren und Wunden eingesetzt.
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Die Wissenschaft bestätigt die Wirksamkeit von Fichtenharz
Bakterien
2007
Wissenschaftler haben festgestellt, dass eine Fichtensalbe mit Fichtenharz, hergestellt nach dem traditionellen finnischen Rezept, das Wachstum aller getesteten grampositiven Bakterien hemmt.
- Sie wirkte auch gegen Proteus vulgaris (ein gramnegatives Bakterium).
- Wichtig: Sie wirkte auch gegen hochresistente Stämme wie MRSA und VRE.
Pilze
2011
Finnische Wissenschaftler untersuchten auch die antimykotische Wirkung der traditionellen Fichtensalbe mit Fichtenharz.
- Das Harz hemmte das Wachstum von Dermatophyten deutlich – jener Pilze, die für die meisten Hautpilzinfektionen beim Menschen verantwortlich sind.
- Die Ergebnisse bestätigen den jahrhundertealten volkstümlichen Einsatz von Fichtenharz gegen Pilzinfektionen.
Wunden
92
%
Bei einem so hohen Anteil der Patienten heilten die Dekubitus ab, als in einer Studie an 11 Einrichtungen Fichtensalbe verwendet wurde.
- In der Hydrogel-Gruppe lag die Erfolgsrate hingegen bei nur 44 %.
- Fichtenharz hat sich als eine natürliche und wirksame Alternative zur Behandlung hartnäckiger Wunden erwiesen.
Fichtenharz – wo uralte Weisheit auf moderne Wissenschaft trifft
Fichtenharz ist eine jener seltenen natürlichen Substanzen, die über Jahrhunderte hinweg überdauert haben – nicht nur in der Volksmedizin, sondern auch in den wissenschaftlichen Laboratorien der modernen Zeit. Was unsere Vorfahren einst aufgrund ihrer Erfahrung wussten, wird heute durch Studien und Forschungen aus aller Welt bestätigt.
In Finnland wird die Fichtensalbe noch immer nach dem traditionellen Rezept aus Harz und Butter hergestellt und zur Wundheilung sowie zur Linderung von Hautbeschwerden verwendet. Ihre heilenden Eigenschaften veranlassten Wissenschaftler dazu, diese uralte Salbe genauer zu untersuchen. Die Ergebnisse sind beeindruckend – in klinischen Studien erwies sich die Salbe als wirksam gegen Dekubitus, Bakterien und Pilzinfektionen.
Wissenschaftler haben nachgewiesen, dass Fichtensalbe eine bakteriostatische Wirkung gegen grampositive Bakterien wie Staphylococcus aureus besitzt – und sogar gegen hochresistente Stämme wie MRSA und VRE. Darüber hinaus haben Studien eine starke antimykotische Wirkung von Fichtenharz gegen Dermatophyten gezeigt – jene Pilze, die die häufigsten Hautinfektionen beim Menschen verursachen.
Die heilende Kraft von Fichtenharz ist jedoch nicht nur auf moderne Forschung beschränkt. In der Volksheilkunde wird Harz seit Langem zur Linderung zahlreicher Beschwerden eingesetzt – von Abschürfungen und Verbrennungen über Arthritis, Erkältungen, Verdauungsprobleme und Entzündungen bis hin zu Wunden und Tumoren. Dieses Wissen lebt weiter und bildet eine Brücke zwischen Natur, Erfahrung und wissenschaftlich bestätigter Wirkung.
Die Heilkraft des Fichtenharzes ist nicht auf die moderne Forschung beschränkt. In der Volksmedizin wird das Harz seit langem zur Linderung einer breiten Palette von Problemen eingesetzt - von Prellungen und Verbrennungen bis hin zu Arthritis, Erkältungen, Verdauungsproblemen, Entzündungen und sogar Wunden und Tumoren. Diese Tradition lebt weiter und bildet eine Brücke zwischen Natur, Erfahrung und wissenschaftlich nachgewiesener Wirkung.
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Häufig gestellte Fragen
Wie wirkt Fichtenharz gegen Bakterien?
Fichtenharz enthält natürliche Verbindungen, die das Wachstum von Bakterien hemmen. Studien haben eine bakteriostatische Wirkung gegen zahlreiche Bakterien gezeigt – einschließlich hochresistenter Stämme wie MRSA und VRE.
Hilft Fichtenharz wirklich bei Hautpilzinfektionen?
Ja. Finnische Studien haben gezeigt, dass Fichtenharz das Wachstum von Dermatophyten stark hemmt – jener Pilze, die die meisten Hautpilzinfektionen beim Menschen verursachen.
Ist Fichtenharz zur Behandlung von Wunden und Dekubitus geeignet?
Ja. In einer klinischen Studie, in der die traditionelle Fichtensalbe mit einem medizinischen Hydrogel verglichen wurde, heilten die Wunden bei 92 % der Anwender der Fichtensalbe erfolgreich ab – deutlich mehr als beim Einsatz des Hydrogels.
Ist die traditionelle Harzsalbe genauso wirksam wie moderne Präparate?
Wissenschaftliche Untersuchungen haben bestätigt, dass gerade die traditionell hergestellte Salbe – ohne Zusatzstoffe – die stärkste Wirkung hat. Entscheidend sind ihre Natürlichkeit und die Herstellungsweise, die die aktiven Verbindungen im Harz erhält.
Ist die Verwendung von Fichtenharz sicher?
Für gesunde Erwachsene und Kinder ist Fichtenharz sicher, sofern keine allergische Reaktion vorliegt. Es ist jedoch stets empfehlenswert, das Produkt zunächst an einer kleinen Hautstelle zu testen.
Hat Fichtenharz eine lange Anwendungsgeschichte?
Ja – und zwar umfassend! Sie wurde bereits vor über 7.000 Jahren verwendet, und damit behandelten Hippokrates, Ibn Sina, die amerikanischen Ureinwohner sowie Volksheiler in Slowenien. Heute bestätigen wissenschaftliche Studien häufig nur das, was unsere Vorfahren bereits wussten.
Wo finde ich die von Ihnen erwähnten wissenschaftlichen Quellen?
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