{"id":12046,"date":"2026-09-17T10:02:44","date_gmt":"2026-09-17T08:02:44","guid":{"rendered":"https:\/\/www.smrekovit.si\/?page_id=12046"},"modified":"2026-09-23T14:00:12","modified_gmt":"2026-09-23T12:00:12","slug":"traditionelle-zubereitung","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.smrekovit.si\/de\/smrekova-smola\/tradicionalna-priprava\/","title":{"rendered":"Wie wurde Fichtenharzsalbe zubereitet? Traditionelle Rezepte mit Fichtenharz"},"content":{"rendered":"<h2 id=\"tradicionalni-recepti-za-smrekovo-mazilo-na-kratko\" class=\"wp-block-heading\">Traditionelle Rezepte f\u00fcr Fichtenharzsalbe kurz erkl\u00e4rt<\/h2>\n\n\n\n\n\n\n\n\n<div class=\"translation-block\">\n\n  <ul>\n    <li>\n      <strong>Es gibt nicht das eine traditionelle Rezept f\u00fcr Fichtenharzsalbe.<\/strong>\n      Historische und ethnografische Quellen beschreiben unterschiedliche\n      Rohstoffe, Mischungsverh\u00e4ltnisse und Herstellungsverfahren. Von einem\n      einzigen urspr\u00fcnglichen Rezept kann daher nicht gesprochen werden.\n    <\/li>\n\n    <li>\n      In Slowenien dokumentieren mehrere voneinander unabh\u00e4ngige ethnografische\n      und feldkundliche Aufzeichnungen <strong>Harz in Kombination mit Fetten\n      beziehungsweise \u00d6len und Wachs<\/strong>. Die Zusammensetzung unterschied\n      sich von Ort zu Ort; in mehreren Belegen wird ausdr\u00fccklich Fichtenharz\n      genannt. Wiederkehrend ist somit vor allem das Herstellungsprinzip und\n      nicht eine einzige feste Rezeptur.\n    <\/li>\n\n    <li>\n      In Nordeuropa sind Kombinationen aus Fichtenharz und Butter\n      beziehungsweise tierischem Fett gut dokumentiert. Bei einer\n      wissenschaftlichen Rekonstruktion einer finnischen Zubereitung wurden\n      1 Teil Harz und 3 Teile ungesalzene Butter verwendet und die Mischung\n      bei etwa 100 \u00b0C erhitzt. Dieses Verfahren l\u00e4sst sich jedoch nicht auf\n      alle traditionellen Rezepte \u00fcbertragen.\n    <\/li>\n\n    <li>\n      Unter der \u201eZubereitung von Harz\u201c konnten sehr unterschiedliche Formen\n      verstanden werden: direkt verwendetes Harz, eine weiche Salbe, eine\n      gekochte Harzzubereitung, ein Harzpflaster oder ein anderes verarbeitetes\n      Material. Slowenische Quellen dokumentieren au\u00dferdem Arbeitsschritte wie\n      Erhitzen, Abseihen, Absetzenlassen der Mischung und das Auftragen auf\n      Stoff oder eine andere Unterlage.\n    <\/li>\n\n    <li>\n      Auf dieser Seite vergleichen wir dokumentierte historische\n      Zubereitungsweisen. Wie der Rohstoff heute gesammelt wird, erfahren Sie\n      unter <a href=\"\/de\/fichtenharz\/sammlung\/\">Sammeln von Fichtenharz<\/a>;\n      einen breiteren \u00dcberblick bietet die Seite\n      <a href=\"\/de\/fichtenharz\/\">Fichtenharz<\/a>.\n    <\/li>\n  <\/ul>\n\n<\/div>\n\n\n\n\n\n\n<div class=\"wp-block-rank-math-toc-block toc\" id=\"rank-math-toc\"><h2>Inhaltsverzeichnis<\/h2><nav><ul><li class=\"\"><a href=\"#tradicionalni-recepti-za-smrekovo-mazilo-na-kratko\">Traditionelle Rezepte f\u00fcr Fichtenharzsalbe kurz erkl\u00e4rt<\/a><\/li><li class=\"\"><a href=\"#ali-obstaja-en-pravi-recept-za-smrekovo-mazilo\">Gibt es ein einziges authentisches Rezept f\u00fcr Fichtenharzsalbe?<\/a><\/li><li class=\"\"><a href=\"#kaj-so-tradicionalnim-smolnim-mazilom-dodajali\">Was wurde traditionellen Harzsalben zugesetzt?<\/a><\/li><li class=\"\"><a href=\"#kako-so-smolo-segrevali-in-kaj-pomeni-kuhana-smola\">Wie wurde das Harz erhitzt und was bedeutet \u201egekochtes Harz\u201c?<\/a><\/li><li class=\"\"><a href=\"#slovenski-recepti-in-zavbe-s-smrekovo-smolo\">Slowenische Rezepte und Salben mit Fichtenharz<\/a><\/li><li class=\"\"><a href=\"#crna-smola-crna-zavba-in-kuhana-smola-ali-gre-za-isto-stvar\">Schwarzes Harz, schwarze Salbe und gekochtes Harz \u2013 ist das dasselbe?<\/a><\/li><li class=\"\"><a href=\"#smolnak-in-smovnak-ko-priprava-smole-ni-bila-vec-navadno-mazilo\">Smolnak und smovnak \u2013 wenn die Harzzubereitung nicht mehr nur eine gew\u00f6hnliche Salbe war<\/a><\/li><li class=\"\"><a href=\"#kdo-je-bila-prezla-iz-lesc\">Pre\u017ela aus Lesce und die Anf\u00e4nge von Smrekovit<\/a><\/li><li class=\"\"><a href=\"#kako-so-smolo-pripravljali-drugod-po-svetu\">Wie wurde Harz in anderen Teilen der Welt zubereitet?<\/a><\/li><li class=\"\"><a href=\"#kaj-nam-tradicionalni-recepti-povedo-o-smrekovem-mazilu\">Was sagen uns traditionelle Rezepte \u00fcber Fichtenharzsalbe?<\/a><\/li><li class=\"\"><a href=\"#od-tradicionalnih-smolnih-pripravkov-do-smrekovita\">Von traditionellen Harzpr\u00e4paraten zu Smrekovit<\/a><\/li><li class=\"\"><a href=\"#pogosta-vprasanja-o-tradicionalnih-receptih-iz-smrekove-smole\">H\u00e4ufige Fragen zu traditionellen Rezepten mit Fichtenharz<\/a><\/li><\/ul><\/nav><\/div>\n\n\n\n<h2 id=\"ali-obstaja-en-pravi-recept-za-smrekovo-mazilo\" class=\"wp-block-heading\">Gibt es ein einziges authentisches Rezept f\u00fcr Fichtenharzsalbe?<\/h2>\n\n\n\n\n\n\n\n\n<div class=\"translation-block\">\n\n  <p>\n    Nein. Die historischen und ethnografischen Quellen zeigen kein einziges\n    standardisiertes Rezept, das als das <strong>urspr\u00fcngliche oder einzig\n    echte Rezept f\u00fcr Fichtenharzsalbe<\/strong> bezeichnet werden k\u00f6nnte.\n    Je nach Region und Zeit wurden unterschiedliche Harzarten, Fettgrundlagen,\n    Wachs und weitere Bestandteile verwendet. Auch die Art des Erhitzens und\n    die endg\u00fcltige Form der Zubereitung unterschieden sich.\n  <\/p>\n\n  <p>\n    Dies wird zus\u00e4tzlich durch Feldaufzeichnungen des Slowenischen\n    Ethnografischen Museums best\u00e4tigt. In verschiedenen Regionen sind\n    Harzsalben, Pflaster und andere Mischungen mit unterschiedlichen\n    Zusammensetzungen dokumentiert. Manche Eintr\u00e4ge nennen Harz mit Butter\n    und Wachs, andere mit \u00d6l und Wachs, wieder andere Knochenmark, Talg oder\n    zus\u00e4tzliche pflanzliche Bestandteile.\n  <\/p>\n\n  <p>\n    Eine zus\u00e4tzliche Schwierigkeit ist die historische Terminologie.\n    Bezeichnungen f\u00fcr Salben, Pflaster und Harze standen nicht zwangsl\u00e4ufig\n    f\u00fcr denselben Stoff oder dieselbe Zubereitung. Selbst wenn zwei Quellen\n    Fichtenharz erw\u00e4hnen, bedeutet das noch nicht, dass sie dieselbe Rezeptur\n    beschreiben.\n  <\/p>\n\n  <p>\n    Einzelne Rezepte behandeln wir auf dieser Seite daher als\n    <strong>dokumentierte Beispiele aus einem bestimmten Ort, einer bestimmten\n    Zeit oder einer bestimmten Quelle<\/strong> und nicht als Anleitung zur\n    Rekonstruktion einer universellen traditionellen Salbe. Au\u00dferdem\n    unterscheiden wir historische Beschreibungen von modernen\n    Forschungsrekonstruktionen, bei denen Mengen, Temperaturen und Abl\u00e4ufe\n    bereits genauer standardisiert sein k\u00f6nnen.\n  <\/p>\n\n  <p>\n    Damit verfolgt diese Seite auch einen anderen Zweck als die Seite \u00fcber\n    <a href=\"\/de\/fichtensalbe\/\">Fichtenharzsalbe<\/a>, auf der das moderne\n    Produkt und seine Anwendung im Mittelpunkt stehen. Hier geht es vor allem\n    darum, <strong>was historische Rezepte und Zubereitungsweisen tats\u00e4chlich\n    dokumentieren<\/strong>.\n  <\/p>\n\n<\/div>\n\n\n\n\n\n\n<h2 id=\"kaj-so-tradicionalnim-smolnim-mazilom-dodajali\" class=\"wp-block-heading\">Was wurde traditionellen Harzsalben zugesetzt?<\/h2>\n\n\n\n\n\n\n\n\n<div class=\"translation-block\">\n\n  <p>\n    Slowenische ethnografische Quellen zeigen, dass Harzzubereitungen nicht\n    nach einem einzigen festen Rezept hergestellt wurden. In verschiedenen\n    Orten kombinierte man Harz mit <strong>Fetten, \u00d6len, Wachs und weiteren\n    Zutaten<\/strong>, wobei sich die einzelnen Rezepturen deutlich\n    unterschieden. Die Feldaufzeichnungen des Slowenischen Ethnografischen\n    Museums zeigen besonders gut, dass es sich nicht nur um einen einzelnen\n    regionalen Fall, sondern um ein wiederkehrendes Herstellungsprinzip\n    handelte.\n  <\/p>\n\n  <div class=\"smrekovit-table-scroll\">\n    <table>\n      <thead>\n        <tr>\n          <th>Ort oder Quelle<\/th>\n          <th>Dokumentierte Zusammensetzung<\/th>\n          <th>Wichtige Anmerkung<\/th>\n        <\/tr>\n      <\/thead>\n      <tbody>\n\n        <tr>\n          <td><strong>Raum \u0160kofja Loka \u2013 Meta Sterle<\/strong><\/td>\n          <td>\n            Harz, Bienenwachs, Lein\u00f6l und eine kleine Menge tierisches Fett.\n            Im selben regionalen Material ist auch geschmolzener Honig mit\n            Fichtenharz dokumentiert.\n          <\/td>\n          <td>\n            Die einzelnen Belege beschreiben nicht dieselbe Zubereitung und\n            nennen kein einheitliches Mischungsverh\u00e4ltnis.\n          <\/td>\n        <\/tr>\n\n        <tr>\n          <td><strong>Gorice bei Postojna, 1979 \u2013 SEM<\/strong><\/td>\n          <td>\n            Harz, Butter und Wachs.\n          <\/td>\n          <td>\n            Die Harzart wird im Eintrag nicht genauer bestimmt.\n          <\/td>\n        <\/tr>\n\n        <tr>\n          <td><strong>Hrenovice, 1979\u20131981 \u2013 SEM<\/strong><\/td>\n          <td>\n            Ein Eintrag nennt \u00d6l, Harz und Bienenwachs; bei einem anderen\n            Pflaster steht ausdr\u00fccklich \u201epilpuh oder Fichtenharz\u201c zusammen\n            mit virh und weiteren Zutaten.\n          <\/td>\n          <td>\n            Der Hrenovice-Eintrag ist besonders interessant, weil pilpuh in\n            diesem konkreten lokalen Kontext direkt mit Fichtenharz verbunden\n            wird.\n          <\/td>\n        <\/tr>\n\n        <tr>\n          <td><strong>Dob pri \u0160pajih, 1950 \u2013 SEM<\/strong><\/td>\n          <td>\n            Wachs, Knochenmark und Harz.\n          <\/td>\n          <td>\n            Die Zubereitung wird im Eintrag als traditionelle Salbe f\u00fcr\n            Wunden und Furunkel beschrieben.\n          <\/td>\n        <\/tr>\n\n        <tr>\n          <td><strong>Stav\u010da vas, 1957 \u2013 SEM<\/strong><\/td>\n          <td>\n            Harz, Wachs und Mark.\n          <\/td>\n          <td>\n            Die Mischung wurde als Harzpflaster zubereitet.\n          <\/td>\n        <\/tr>\n\n        <tr>\n          <td><strong>Trenta, 1952 \u2013 SEM<\/strong><\/td>\n          <td>\n            Harz, Talg, Wachs, \u00d6l und Spiritus sowie pflanzliche Bestandteile.\n          <\/td>\n          <td>\n            Die Zutaten wurden gemeinsam gekocht; die Harzart wird nicht\n            angegeben.\n          <\/td>\n        <\/tr>\n\n        <tr>\n          <td><strong>So\u010da, 1952 \u2013 SEM<\/strong><\/td>\n          <td>\n            Wacholderharz, Bienenwachs, \u00d6l, Schweinefett, Knochenmark und Alaun.\n          <\/td>\n          <td>\n            Dieses Beispiel enth\u00e4lt kein Fichtenharz, zeigt aber die breitere\n            slowenische Tradition der Herstellung von Harzmischungen.\n          <\/td>\n        <\/tr>\n\n      <\/tbody>\n    <\/table>\n  <\/div>\n\n  <p>\n    Trotz der Unterschiede zeigt sich ein klares Muster:\n    <strong>Harzmaterial wurde h\u00e4ufig mit einer Fett- oder \u00d6lgrundlage und\n    Wachs kombiniert<\/strong>. So entstanden weichere Salben, festere\n    Zubereitungen oder Harzpflaster; einzelne Rezepturen enthielten zus\u00e4tzlich\n    Kampfer, Spiritus, Honig, Knochenmark, Pflanzen oder weitere Bestandteile.\n  <\/p>\n\n  <p>\n    Auch nordeurop\u00e4ische Quellen zeigen ein vergleichbares Prinzip. Bei einer\n    wissenschaftlichen Rekonstruktion einer traditionellen finnischen\n    Fichtenharzsalbe wurde Fichtenharz mit ungesalzener Butter im Verh\u00e4ltnis\n    <strong>1 : 3<\/strong> verarbeitet. Dabei handelt es sich um ein konkretes\n    finnisches Modell und nicht um ein allgemeines traditionelles Rezept.\n  <\/p>\n\n  <p>\n    Historische Zubereitungen lassen sich daher besser \u00fcber\n    <strong>wiederkehrende Herstellungsprinzipien<\/strong> verstehen als \u00fcber\n    eine einzige Rezeptur. Selbst zwei Zubereitungen aus Harz, Fett und Wachs\n    konnten sich hinsichtlich Harzart, Mengenverh\u00e4ltnis, Zus\u00e4tzen, Erhitzung\n    und Endkonsistenz deutlich unterscheiden.\n  <\/p>\n\n<\/div>\n\n\n\n\n\n\n<h2 id=\"kako-so-smolo-segrevali-in-kaj-pomeni-kuhana-smola\" class=\"wp-block-heading\">Wie wurde das Harz erhitzt und was bedeutet \u201egekochtes Harz\u201c?<\/h2>\n\n\n\n\n\n\n\n\n<div class=\"translation-block\">\n\n  <p>\n    Das Erhitzen war bei vielen Harzzubereitungen zun\u00e4chst ein praktischer\n    Arbeitsschritt. Hartes oder sehr z\u00e4hfl\u00fcssiges Harz wird durch W\u00e4rme\n    weicher beziehungsweise fl\u00fcssiger und l\u00e4sst sich dadurch leichter mit\n    Fett, \u00d6l oder Wachs vermischen. Gr\u00f6bere mechanische Verunreinigungen\n    k\u00f6nnen bei Bedarf ebenfalls leichter entfernt werden.\n  <\/p>\n\n  <p>\n    Historische Begriffe m\u00fcssen dabei im jeweiligen Kontext verstanden werden.\n    Die Bezeichnung <strong>\u201egekochtes Harz\u201c bedeutet nicht zwangsl\u00e4ufig,\n    dass das Harz bei einer bestimmten Temperatur tats\u00e4chlich kochte<\/strong>.\n    In \u00e4lteren Beschreibungen kann \u201eKochen\u201c das Erw\u00e4rmen von Harz oder einer\n    Harzmischung bezeichnen, bis sie ausreichend fl\u00fcssig war oder die\n    gew\u00fcnschte Konsistenz erreicht hatte.\n  <\/p>\n\n  <h3>Finnisches Beispiel: Harz und Butter bei etwa 100 \u00b0C<\/h3>\n\n  <p>\n    Eines der genauer beschriebenen Verfahren stammt aus einer modernen\n    wissenschaftlichen Rekonstruktion einer traditionellen finnischen\n    Harzsalbe. Fichtenharz wurde mit ungesalzener Butter im Massenverh\u00e4ltnis\n    <strong>1 : 3<\/strong> gemischt und unter R\u00fchren bei ungef\u00e4hr\n    <strong>100 \u00b0C<\/strong> erhitzt.\n  <\/p>\n\n  <p>\n    Dieses Beispiel ist wertvoll, weil es ein konkretes Verh\u00e4ltnis und eine\n    Temperatur nennt. Es handelt sich jedoch um eine wissenschaftlich\n    standardisierte Rekonstruktion und nicht um einen Beleg daf\u00fcr, dass alle\n    historischen finnischen oder anderen europ\u00e4ischen Rezepturen demselben\n    Verfahren folgten.\n  <\/p>\n\n  <h3>Slowenische Quellen beschreiben mehr als nur das \u201eKochen\u201c<\/h3>\n\n  <p>\n    Slowenische ethnografische Quellen nennen in der Regel weder eine genaue\n    Temperatur noch eine Erhitzungsdauer, dokumentieren aber\n    <strong>einzelne Arbeitsschritte der Herstellung<\/strong> recht deutlich.\n    In verschiedenen Feldaufzeichnungen finden sich das Kochen von Harz mit\n    Fett und Wachs, das Erw\u00e4rmen von Harzmaterial, das Abseihen, das\n    Absetzenlassen von R\u00fcckst\u00e4nden sowie das Auftragen auf Stoff oder Papier.\n  <\/p>\n\n  <p>\n    In Trenta wurde 1952 beispielsweise eine Zubereitung aus\n    <strong>Harz, Talg, Wachs, \u00d6l und Spiritus<\/strong> mit pflanzlichen\n    Bestandteilen dokumentiert, die gemeinsam gekocht wurden. Eine andere\n    Harzmischung aus So\u010da wurde nach dem Kochen\n    <strong>durch ein Tuch abgeseiht<\/strong>, w\u00e4hrend man in Zapodnem nach\n    dem Erhitzen den <strong>Bodensatz absetzen lie\u00df<\/strong>.\n  <\/p>\n\n  <p>\n    F\u00fcr Ko\u010dars schwarze Salbe aus Dolen\u010dice ist\n    <strong>gekochtes Fichtenharz mit Kampfer und Spiritus<\/strong>\n    dokumentiert; auch dieser Beleg nennt jedoch weder eine Temperatur noch\n    einen vollst\u00e4ndigen Erhitzungsablauf.\n  <\/p>\n\n  <p>\n    Historische Quellen erlauben somit h\u00e4ufig eine recht gute Rekonstruktion\n    der <strong>Abfolge einzelner Arbeitsschritte<\/strong>, aber keinen\n    technologisch pr\u00e4zisen modernen Prozess. Begriffe wie\n    <em>gekochtes Harz<\/em>, <em>Salbe<\/em> oder <em>Harzpflaster<\/em>\n    werden deshalb nicht in erfundene Temperaturen, Zeiten oder\n    Mischungsverh\u00e4ltnisse \u00fcbersetzt.\n  <\/p>\n\n<\/div>\n\n\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image case-image-overlay\">\n<figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/www.smrekovit.si\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/etnografski-zapis-trenta-1952-1024x768.webp\" alt=\"Ethnografische Feldaufzeichnung aus Trenta aus dem Jahr 1952 zur Zubereitung eines Harzpr\u00e4parats\" class=\"wp-image-12057\" style=\"width:700px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/www.smrekovit.si\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/etnografski-zapis-trenta-1952-1024x768.webp 1024w, https:\/\/www.smrekovit.si\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/etnografski-zapis-trenta-1952-300x225.webp 300w, https:\/\/www.smrekovit.si\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/etnografski-zapis-trenta-1952-768x576.webp 768w, https:\/\/www.smrekovit.si\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/etnografski-zapis-trenta-1952-1536x1152.webp 1536w, https:\/\/www.smrekovit.si\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/etnografski-zapis-trenta-1952-16x12.webp 16w, https:\/\/www.smrekovit.si\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/etnografski-zapis-trenta-1952-600x450.webp 600w, https:\/\/www.smrekovit.si\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/etnografski-zapis-trenta-1952.webp 1600w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\"><strong>Feldaufzeichnung aus Trenta aus dem Jahr 1952 zur Zubereitung eines Harzpr\u00e4parats aus Harz, Talg, Wachs, \u00d6l und Spiritus; die Art des Harzes wird in der Aufzeichnung nicht angegeben. Quelle: Slowenisches Ethnographisches Museum.<\/strong><br><\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<h2 id=\"slovenski-recepti-in-zavbe-s-smrekovo-smolo\" class=\"wp-block-heading\">Slowenische Rezepte und Salben mit Fichtenharz<\/h2>\n\n\n\n\n\n\n\n\n<div class=\"translation-block\">\n\n  <p>\n    Slowenische ethnografische Quellen zeigen eine deutlich gr\u00f6\u00dfere Vielfalt,\n    als der heutige Begriff \u201eFichtenharzsalbe\u201c vermuten l\u00e4sst. Mancherorts\n    wurde Fichtenharz direkt verwendet, andernorts war es Bestandteil von\n    <strong>Salben, Pflastern und anderen Harzmischungen<\/strong>. Die\n    Feldaufzeichnungen des Slowenischen Ethnografischen Museums zeigen zudem,\n    dass solche Zubereitungen nicht auf eine einzelne Region Sloweniens\n    beschr\u00e4nkt waren.\n  <\/p>\n\n  <h3>Fichtenharz und Salben im Raum \u0160kofja Loka<\/h3>\n\n  <p>\n    Meta Sterle dokumentiert f\u00fcr den Raum \u0160kofja Loka mehrere unterschiedliche\n    Harzzubereitungen. Ein Eintrag beschreibt eine Mischung aus\n    <strong>geschmolzenem Wachs, Harz, Lein\u00f6l und einer kleinen Menge\n    tierischen Fetts<\/strong>; andernorts wird geschmolzener Honig mit\n    Fichtenharz genannt. Auch die direkte Verwendung von Fichtenharz ist\n    dokumentiert.\n  <\/p>\n\n  <p>\n    Besonders interessant ist die <strong>\u0160timc-Salbe<\/strong> aus \u017delezniki,\n    die Janez Petra\u010d \u2013 \u0160timovc herstellte. Nach Erinnerung der Informanten\n    enthielt sie sicher <strong>Fichtenharz, Kampfer und Mark<\/strong>.\n    Zus\u00e4tzlich wurde ein pflanzlicher Bestandteil erw\u00e4hnt, dessen Identit\u00e4t\n    sich aus der Quelle nicht zuverl\u00e4ssig bestimmen l\u00e4sst. Die vollst\u00e4ndige\n    Rezeptur ist daher nicht \u00fcberliefert.\n  <\/p>\n\n  <h3>Ein \u00e4hnliches Muster auch in anderen Teilen Sloweniens<\/h3>\n\n  <p>\n    Die Feldaufzeichnungen des Slowenischen Ethnografischen Museums erweitern\n    dieses Bild weit \u00fcber den Raum \u0160kofja Loka hinaus. In Gorice bei Postojna\n    ist eine Mischung aus <strong>Harz, Butter und Wachs<\/strong>\n    dokumentiert, in Hrenovice Harz mit \u00d6l und Bienenwachs, in Dob Wachs,\n    Knochenmark und Harz und in Stav\u010da vas ein Pflaster aus Harz, Wachs und\n    Mark.\n  <\/p>\n\n  <p>\n    Komplexere Zubereitungen sind in Trenta und So\u010da dokumentiert. Dort finden\n    sich gekochte Harzmischungen mit Talg beziehungsweise Fett, Wachs, \u00d6l,\n    Knochenmark, Spiritus oder pflanzlichen Zus\u00e4tzen. Die einzelnen\n    Zusammensetzungen unterscheiden sich, doch in mehreren Orten wiederholt\n    sich dasselbe Grundprinzip:\n    <strong>Harzmaterial wurde erhitzt und mit einer Fett- oder \u00d6lgrundlage,\n    h\u00e4ufig auch mit Wachs, verbunden<\/strong>.\n  <\/p>\n\n  <h3>Salbe, Pflaster und pilpuh bezeichneten keine einheitliche Rezeptur<\/h3>\n\n  <p>\n    Besonders aufschlussreich ist ein Feldbericht aus Hrenovice aus dem Jahr\n    1981. Der Informant erinnerte sich daran, dass seine Mutter f\u00fcr Pflaster\n    <strong>\u201epilpuh oder Fichtenharz, virh und noch zwei weitere Zutaten\n    kochte\u201c<\/strong>, die Mischung auf ein Leinentuch gab und auf die\n    schmerzende Stelle legte.\n  <\/p>\n\n  <p>\n    Der Eintrag ist auch terminologisch bedeutsam: In Hrenovice wird\n    <strong>pilpuh unmittelbar mit Fichtenharz verbunden<\/strong>. Dies darf\n    jedoch nicht auf ganz Slowenien \u00fcbertragen werden. M\u00f6derndorfer verbindet\n    verwandte Bezeichnungen wie <em>pilpoh<\/em>, <em>pilpah<\/em> und\n    <em>pilpali<\/em> andernorts auch mit Tannen- beziehungsweise\n    Wei\u00dftannenharz und L\u00e4rchenharz.\n  <\/p>\n\n  <p>\n    Dasselbe gilt f\u00fcr traditionelle Bezeichnungen von Salben und Pflastern:\n    Sie beschreiben eine Form oder lokale Bezeichnung der Zubereitung und\n    keine einheitliche chemische Zusammensetzung. Die slowenische Tradition\n    zeigt daher nicht ein Rezept f\u00fcr Fichtenharzsalbe, sondern\n    <strong>mehrere lokale Rezepturen mit bemerkenswert \u00e4hnlichen\n    Herstellungsprinzipien<\/strong>.\n  <\/p>\n\n<\/div>\n\n\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image case-image-overlay\">\n<figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"739\" src=\"https:\/\/www.smrekovit.si\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/SMOLA_257_SEM_00021011_1981_Hrenovice_Pilpuh_smrekova_smola_virh_revma_1-1024x739.webp\" alt=\"Feldaufzeichnung aus Hrenovice aus dem Jahr 1981 \u00fcber ein Pflaster mit Pilpuh beziehungsweise Fichtenharz\" class=\"wp-image-12147\" style=\"width:700px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/www.smrekovit.si\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/SMOLA_257_SEM_00021011_1981_Hrenovice_Pilpuh_smrekova_smola_virh_revma_1-1024x739.webp 1024w, https:\/\/www.smrekovit.si\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/SMOLA_257_SEM_00021011_1981_Hrenovice_Pilpuh_smrekova_smola_virh_revma_1-300x216.webp 300w, https:\/\/www.smrekovit.si\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/SMOLA_257_SEM_00021011_1981_Hrenovice_Pilpuh_smrekova_smola_virh_revma_1-768x554.webp 768w, https:\/\/www.smrekovit.si\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/SMOLA_257_SEM_00021011_1981_Hrenovice_Pilpuh_smrekova_smola_virh_revma_1-1536x1108.webp 1536w, https:\/\/www.smrekovit.si\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/SMOLA_257_SEM_00021011_1981_Hrenovice_Pilpuh_smrekova_smola_virh_revma_1-599x432.webp 599w, https:\/\/www.smrekovit.si\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/SMOLA_257_SEM_00021011_1981_Hrenovice_Pilpuh_smrekova_smola_virh_revma_1-17x12.webp 17w, https:\/\/www.smrekovit.si\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/SMOLA_257_SEM_00021011_1981_Hrenovice_Pilpuh_smrekova_smola_virh_revma_1.webp 2000w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Feldaufzeichnung aus Hrenovice aus dem Jahr 1981. Der Informant beschreibt, dass seine Mutter f\u00fcr Pflaster \u201epilpuh oder Fichtenharz\u201c zusammen mit virh und weiteren Zutaten kochte und die Mischung auf ein Leinentuch auftrug. Quelle: Slowenisches Ethnographisches Museum, Aufzeichnung von M. Makarovi\u010d, 1981.<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<h2 id=\"crna-smola-crna-zavba-in-kuhana-smola-ali-gre-za-isto-stvar\" class=\"wp-block-heading\">Schwarzes Harz, schwarze Salbe und gekochtes Harz \u2013 ist das dasselbe?<\/h2>\n\n\n\n\n\n\n\n\n<div class=\"translation-block\">\n\n  <p>\n    Die Begriffe <strong>schwarzes Harz<\/strong>,\n    <strong>schwarze Salbe<\/strong> und <strong>gekochtes Harz<\/strong>\n    k\u00f6nnen in historischen Quellen nebeneinander vorkommen, bezeichnen aber\n    nicht zwangsl\u00e4ufig dasselbe Material. Farbe und traditionelle Benennung\n    allein sagen weder aus, welches Harz verwendet wurde, noch wie eine\n    Zubereitung entstanden ist.\n  <\/p>\n\n  <h3>Zwei schwarze Salben \u2013 zwei unterschiedliche Zusammensetzungen<\/h3>\n\n  <p>\n    Das Material von Meta Sterle aus dem Raum \u0160kofja Loka zeigt dies besonders\n    deutlich. Bei Janez Poto\u010dnik \u2013 Krivar wird eine\n    <strong>schwarze Salbe<\/strong> beschrieben, die hart, gl\u00e4nzend und sehr\n    stark riechend war. Eine Informantin erinnerte sich an R\u00fcbenwasser,\n    \u201evo\u0161enk\u201c, eine harzartige Substanz aus der Apotheke, sowie wahrscheinlich\n    tierisches Fett. Die Zubereitung wurde lange gekocht, die Quelle\n    <strong>nennt Fichtenharz jedoch nicht als ihre Grundlage<\/strong>.\n  <\/p>\n\n  <p>\n    Anders ist der Eintrag zur schwarzen Ko\u010dar-Salbe aus Dolen\u010dice. Hier nennt\n    Sterle ausdr\u00fccklich <strong>gekochtes Fichtenharz, Kampfer und\n    Spiritus<\/strong>. Bereits innerhalb derselben regionalen Quelle haben\n    zwei \u00e4hnlich bezeichnete Zubereitungen somit eine unterschiedlich\n    dokumentierte Zusammensetzung.\n  <\/p>\n\n  <h3>\u201eGekochtes Harz\u201c ist nicht automatisch Teer<\/h3>\n\n  <p>\n    Auch das Wort <em>gekocht<\/em> muss vorsichtig interpretiert werden.\n    Harz konnte lediglich erhitzt werden, damit es weich beziehungsweise\n    fl\u00fcssig wurde und sich mit anderen Bestandteilen vermischen lie\u00df. Dieses\n    Erhitzen ist nicht mit der thermischen Zersetzung von Holz gleichzusetzen,\n    bei der teerartige Produkte entstehen.\n  <\/p>\n\n  <p>\n    Historische Begriffe wie <em>Pech<\/em>, <em>pitch<\/em>,\n    <em>gekochtes Harz<\/em> oder <em>schwarzes Harz<\/em> d\u00fcrfen deshalb nicht\n    automatisch mit \u201eTeer\u201c \u00fcbersetzt werden. F\u00fcr die Einordnung eines\n    einzelnen Belegs muss bekannt sein, <strong>welcher Ausgangsstoff verwendet\n    wurde und welchen Prozess die Quelle tats\u00e4chlich beschreibt<\/strong>.\n  <\/p>\n\n  <p>\n    Auch die dunkle Farbe ist kein zuverl\u00e4ssiger Hinweis auf die\n    Zusammensetzung. Harzmaterial kann durch Alterung, l\u00e4ngeres Erhitzen,\n    Zus\u00e4tze oder Verunreinigungen dunkler werden; bei v\u00f6llig anderen Verfahren\n    k\u00f6nnen dunkle Produkte auch aus Holz entstehen.\n  <\/p>\n\n<\/div>\n\n\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image case-image-overlay\">\n<figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"626\" src=\"https:\/\/www.smrekovit.si\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/sterle-crna-zavba-krivar-str-90-1024x626.webp\" alt=\"Auszug aus dem Artikel von Meta Sterle mit der Beschreibung von Krivars schwarzer Salbe auf Seite 90\" class=\"wp-image-12060\" style=\"width:700px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/www.smrekovit.si\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/sterle-crna-zavba-krivar-str-90-1024x626.webp 1024w, https:\/\/www.smrekovit.si\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/sterle-crna-zavba-krivar-str-90-767x469.webp 767w, https:\/\/www.smrekovit.si\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/sterle-crna-zavba-krivar-str-90-300x183.webp 300w, https:\/\/www.smrekovit.si\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/sterle-crna-zavba-krivar-str-90-18x11.webp 18w, https:\/\/www.smrekovit.si\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/sterle-crna-zavba-krivar-str-90-599x366.webp 599w, https:\/\/www.smrekovit.si\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/sterle-crna-zavba-krivar-str-90.webp 1093w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption translation-block\"><strong>Beschreibung von Krivars schwarzer Salbe aus der Volks\u00fcberlieferung der Region \u0160kofja Loka. Die Aufzeichnung erw\u00e4hnt ein lange gekochtes Pr\u00e4parat mit R\u00fcbenwasser, \u201evo\u0161enek\u201c und vermutlich tierischem Fett; Fichtenharz wird nicht ausdr\u00fccklich genannt. Quelle: Meta Sterle, <em>Ljudsko zdravilstvo na Lo\u0161kem<\/em>, <em>Lo\u0161ki razgledi<\/em> 37 (1990), S. 90.<\/strong><\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<h2 id=\"smolnak-in-smovnak-ko-priprava-smole-ni-bila-vec-navadno-mazilo\" class=\"wp-block-heading\">Smolnak und smovnak \u2013 wenn die Harzzubereitung nicht mehr nur eine gew\u00f6hnliche Salbe war<\/h2>\n\n\n\n\n\n\n\n\n<div class=\"translation-block\">\n\n  <p>\n    Neben Salben, Harzzubereitungen und Pflastern sind in der slowenischen\n    \u00dcberlieferung auch Materialien unter den Bezeichnungen\n    <strong>Smolnak<\/strong> und <strong>Smovnak<\/strong> dokumentiert.\n    Die Namen \u00e4hneln sich, d\u00fcrfen jedoch nicht automatisch gleichgesetzt\n    werden. Die Quellen zeigen vor allem, dass es sich um\n    <strong>st\u00e4rker verarbeitete Harzmaterialien<\/strong> handeln konnte,\n    deren Herstellung \u00fcber das einfache Schmelzen von Harz mit Fett oder\n    Wachs hinausging.\n  <\/p>\n\n  <h3>Tonc&#8217;s Smolnak aus Sorica<\/h3>\n\n  <p>\n    Die genaueste Beschreibung liegt f\u00fcr den <strong>Tonc-Smolnak aus\n    Sorica<\/strong> vor. Mira Omerzel-Terlep beschreibt seine Herstellung\n    mit einer besonderen Vorrichtung aus einem Milit\u00e4rkochtopf, einem\n    Tongef\u00e4\u00df und einem R\u00f6hrchen, durch das beim Erhitzen Fl\u00fcssigkeit austrat.\n    Zu den bekannten Ausgangsstoffen geh\u00f6rte <strong>Fichtenharz<\/strong>;\n    die vollst\u00e4ndige Rezeptur l\u00e4sst sich aus der Quelle jedoch nicht\n    bestimmen.\n  <\/p>\n\n  <p>\n    Die austretende Fl\u00fcssigkeit wurde an der Luft dunkler und verdickte sich\n    nach dem Abk\u00fchlen. Dieser Vorgang unterscheidet sich deutlich vom\n    einfachen Vermischen von Harz mit Fett, \u00d6l oder Wachs und zeigt, dass auch\n    komplexere Formen der thermischen Verarbeitung von Harzmaterial bekannt\n    waren.\n  <\/p>\n\n  <h3>Smolnak und Smovnak waren nicht zwangsl\u00e4ufig dasselbe<\/h3>\n\n  <p>\n    In anderen slowenischen Quellen erscheint auch die Bezeichnung\n    <strong>Smovnak<\/strong>. Die Beschreibungen weisen auf thermisch\n    beziehungsweise destillations\u00e4hnlich verarbeitete Harzmaterialien hin.\n    Es gibt jedoch nicht gen\u00fcgend Belege, um Smovnak mit Tonc&#8217;s Smolnak aus\n    Sorica gleichzusetzen. \u00c4hnliche Namen allein beweisen weder denselben\n    Ausgangsstoff noch dasselbe Verfahren oder Endprodukt.\n  <\/p>\n\n  <h3>Smolnak ist nicht einfach mit Terpentin oder Teer gleichzusetzen<\/h3>\n\n  <p>\n    Tonc&#8217;s Verfahren erinnert zwar an eine Destillation, doch die historische\n    Quelle nennt weder eine Temperatur noch die vollst\u00e4ndige Zusammensetzung\n    der Ausgangsstoffe oder eine chemische Analyse der entstandenen\n    Fl\u00fcssigkeit. Smolnak darf deshalb ohne weitere Belege nicht mit\n    <strong>Terpentin, Holzteer oder einer anderen modern definierten\n    Harzfraktion<\/strong> gleichgesetzt werden.\n  <\/p>\n\n  <p>\n    Smolnak ist vor allem deshalb bedeutsam, weil er die gro\u00dfe Bandbreite der\n    traditionellen Harzverarbeitung zeigt: von der direkten Verwendung und\n    einfachen Salben \u00fcber Harzzubereitungen und Pflaster bis zu Verfahren,\n    bei denen durch Erhitzen auch eine <strong>fl\u00fcssige Fraktion\n    abgetrennt<\/strong> wurde.\n  <\/p>\n\n<\/div>\n\n\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image case-image-overlay\">\n<figure class=\"aligncenter size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1008\" height=\"640\" src=\"https:\/\/www.smrekovit.si\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/omerzel-toncov-smolnak-sorica-str-133.webp\" alt=\"Beschreibung der Zubereitung von Toncs smolnak aus Sorica im Buch von Mira Omerzel-Terlep\" class=\"wp-image-12063\" style=\"width:700px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/www.smrekovit.si\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/omerzel-toncov-smolnak-sorica-str-133.webp 1008w, https:\/\/www.smrekovit.si\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/omerzel-toncov-smolnak-sorica-str-133-767x487.webp 767w, https:\/\/www.smrekovit.si\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/omerzel-toncov-smolnak-sorica-str-133-300x190.webp 300w, https:\/\/www.smrekovit.si\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/omerzel-toncov-smolnak-sorica-str-133-18x11.webp 18w, https:\/\/www.smrekovit.si\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/omerzel-toncov-smolnak-sorica-str-133-598x380.webp 598w\" sizes=\"auto, (max-width: 1008px) 100vw, 1008px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption translation-block\">Beschreibung der Zubereitung von Toncs smolnak aus Sorica. Die Quelle nennt einen milit\u00e4rischen Kochkessel, einen Tontopf und ein Rohr, durch das w\u00e4hrend des Kochens Fl\u00fcssigkeit abfloss; zu den bekannten Zutaten geh\u00f6rte Fichtenharz. Quelle: Mira Omerzel-Terlep, <em>Konji na\u0161e pravljice<\/em>, 1996, S. 133.<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<h2 id=\"kdo-je-bila-prezla-iz-lesc\" class=\"wp-block-heading\">Pre\u017ela aus Lesce und die Anf\u00e4nge von Smrekovit<\/h2>\n\n\n\n\n\n\n\n\n<div class=\"translation-block\">\n\n  <p>\n    In der Geschichte \u00e4lterer Harzzubereitungen erscheint auch\n    <strong>Pre\u017elja aus Lesce<\/strong>. Der Name ist nicht nur aus der\n    Familientradition von Smrekovit bekannt. Die Ethnologin Marija Makarovi\u010d\n    verweist in ihrem \u00dcberblick \u00fcber die Volksheilkunde auf eine \u00e4ltere\n    Erw\u00e4hnung bei Fin\u017egar, in der eine Heilerin namens Pre\u017elja einen\n    Knochenbruch einrichtete.\n  <\/p>\n\n  <p>\n    Dieser \u00e4ltere Beleg ist wichtig, weil er zeigt, dass der Name Pre\u017elja\n    bereits fr\u00fcher mit lokaler Heilkunde verbunden war.\n    <strong>Harz, schwarzes Harz oder eine Rezeptur werden darin jedoch nicht\n    erw\u00e4hnt<\/strong>. Daraus l\u00e4sst sich daher nicht ableiten, welche\n    Zubereitungen diese fr\u00fchere Pre\u017elja verwendete.\n  <\/p>\n\n  <p>\n    Davon getrennt steht Ivo Koncs eigene Erinnerung an Lesce. In einem\n    Archivinterview f\u00fcr Gorenjska TV aus dem Jahr 2001 erz\u00e4hlt er, dass er\n    bei seinen R\u00fcckenbeschwerden unter anderem\n    <strong>Harz bei der \u201ealten Pre\u017ela\u201c<\/strong> verwendete. In der\n    Familienerinnerung blieb diese Zubereitung als dunkle beziehungsweise\n    schwarze und klebrige Harzzubereitung erhalten.\n  <\/p>\n\n  <p>\n    Ob die von Ivo gekannte Pre\u017elja eine direkte Nachfahrin der \u00e4lteren\n    Heilerin war oder ob der Name eine Haus-, Familien- oder lokale\n    Heiltradition bezeichnete, <strong>ist bislang nicht ausreichend sicher\n    dokumentiert<\/strong>.\n  <\/p>\n\n<\/div>\n\n\n\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe loading=\"lazy\" title=\"Ivo Konc o za\u010detkih Smrekovita (2001)\" width=\"500\" height=\"281\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/TlH9r5MKU14?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n\n\n\n\n\n<div class=\"translation-block\">\n\n  <p>\n    <small>\n      <strong>Ivo Konc im Gespr\u00e4ch mit Gorenjska TV, 2001.<\/strong>\n      Im Interview spricht er \u00fcber Harz bei der alten Pre\u017ela in Lesce und\n      \u00fcber die Anf\u00e4nge der Entwicklung seiner eigenen Salbe.\n      <a href=\"\/de\/ivo-konc-gtv\/\">Lesen Sie das vollst\u00e4ndige Interview-Transkript.<\/a>\n    <\/small>\n  <\/p>\n\n  <h3>Von Pre\u017elja zur eigenen Entwicklung<\/h3>\n\n  <p>\n    Im selben Gespr\u00e4ch sagt Ivo, dass er sp\u00e4ter\n    <em>\u201eetwas \u00c4hnliches wie Pre\u017ela\u201c<\/em> herstellte, jedoch in einer Form,\n    die nicht mehr schwarz und klebrig und f\u00fcr die Anwendung praktischer war.\n  <\/p>\n\n  <p>\n    Diese Aussage ist f\u00fcr die Geschichte von Smrekovit wichtig, weil sie\n    unmittelbar zeigt, dass die Erfahrung mit einer \u00e4lteren Harzzubereitung\n    zu den Ausgangspunkten seiner \u00dcberlegungen geh\u00f6rte.\n    <strong>Sie bedeutet jedoch nicht, dass Ivo das genaue Rezept von\n    Pre\u017elja kannte oder \u00fcbernahm.<\/strong>\n  <\/p>\n\n  <p>\n    Der \u00e4ltere schriftliche Hinweis auf eine Heilerin namens Pre\u017elja und Ivos\n    Erinnerung aus dem 20. Jahrhundert sind daher als zwei interessante\n    historische Spuren zu betrachten. Eine Verbindung zwischen ihnen ist als\n    Forschungshypothese plausibel, darf ohne zus\u00e4tzliche archivalische oder\n    genealogische Belege jedoch nicht als gesicherte Tatsache dargestellt\n    werden.\n  <\/p>\n\n<\/div>\n\n\n\n\n\n\n<h2 id=\"kako-so-smolo-pripravljali-drugod-po-svetu\" class=\"wp-block-heading\">Wie wurde Harz in anderen Teilen der Welt zubereitet?<\/h2>\n\n\n\n\n\n\n\n\n<div class=\"translation-block\">\n\n  <p>\n    Harzzubereitungen waren keine Besonderheit des slowenischen Raums.\n    Dokumentierte Beispiele aus Nordeuropa, dem Alpenraum und Nordamerika\n    zeigen, dass unterschiedliche V\u00f6lker Harz <strong>erhitzten, mit Fetten\n    vermischten, nach Alter und Konsistenz ausw\u00e4hlten und in sehr\n    unterschiedlichen Formen verwendeten<\/strong>. Daraus folgt jedoch nicht,\n    dass \u00fcberall dasselbe Rezept existierte oder dass diese Traditionen\n    zwangsl\u00e4ufig einen gemeinsamen Ursprung hatten.\n  <\/p>\n\n  <div class=\"smrekovit-table-scroll\">\n    <table>\n      <thead>\n        <tr>\n          <th>Region oder Tradition<\/th>\n          <th>Dokumentierte Beispiele<\/th>\n          <th>Bedeutung<\/th>\n        <\/tr>\n      <\/thead>\n      <tbody>\n        <tr>\n          <td>Nordfinnland und Schweden<\/td>\n          <td>\n            In Beschreibungen hausgemachter Salben wurde Fichtenharz mit\n            Butter oder anderem tierischem Fett gekocht.\n          <\/td>\n          <td>\n            Dies geh\u00f6rt zu den am besten dokumentierten europ\u00e4ischen\n            Parallelen einer Fichtenharzsalbe.\n          <\/td>\n        <\/tr>\n        <tr>\n          <td>Alpenraum<\/td>\n          <td>\n            Die Quellen unterscheiden mehrere Harzmaterialien. F\u00fcr\n            \u00f6sterreichisches Fichtenharz ist auch ein Verfahren dokumentiert,\n            bei dem das Harz in hei\u00dfem Wasser erw\u00e4rmt und das erweichte\n            Material durch ein Tuch gefiltert wurde.\n          <\/td>\n          <td>\n            Begriffe wie Harz, Pech und Faulpech bezeichnen nicht\n            zwangsl\u00e4ufig dasselbe Material oder Verfahren.\n          <\/td>\n        <\/tr>\n        <tr>\n          <td>Ojibwe und andere V\u00f6lker der Gro\u00dfen Seen<\/td>\n          <td>\n            Fr\u00fche ethnobotanische Quellen beschreiben fl\u00fcssige Balsame,\n            gekochtes Pech, die Zugabe von Talg und Harzmaterialien als\n            Grundlage verschiedener Zubereitungen.\n          <\/td>\n          <td>\n            Ein Teil des Materials betrifft medizinische Anwendungen, ein\n            anderer rein technische Zwecke wie Abdichten oder die Herstellung\n            von Gegenst\u00e4nden.\n          <\/td>\n        <\/tr>\n        <tr>\n          <td>Gwich\u2019in<\/td>\n          <td>\n            Eine moderne Quelle aus der Gemeinschaft unterscheidet deutlich\n            zwischen altem, hartem Fichtenharz zum Kauen und frischem,\n            klebrigem Harz f\u00fcr andere Zwecke.\n          <\/td>\n          <td>\n            Bereits innerhalb einer einzelnen Tradition galten verschiedene\n            Zust\u00e4nde des Harzes nicht als dasselbe Material.\n          <\/td>\n        <\/tr>\n      <\/tbody>\n    <\/table>\n  <\/div>\n\n  <h3>\u00c4hnliche Verfahren bedeuten nicht dasselbe Rezept<\/h3>\n\n  <p>\n    In weit voneinander entfernten Regionen wiederholen sich einige\n    praktische Muster: das Erhitzen von Harz, die Zugabe von Fett, das\n    Entfernen mechanischer Verunreinigungen und die Auswahl des Materials\n    nach H\u00e4rte oder Alter. Diese \u00c4hnlichkeiten sind interessant, belegen aber\n    <strong>keinen direkten Wissenstransfer zwischen den Kulturen<\/strong>.\n  <\/p>\n\n  <p>\n    Auch bedeutet nicht jede historische Erw\u00e4hnung von \u201eHarz\u201c automatisch\n    Fichtenharz. In den Quellen kommen Fichte, Kiefer, Tanne, L\u00e4rche und\n    andere Nadelb\u00e4ume ebenso vor wie nat\u00fcrliches Harz, gekochtes Pech und\n    andere verarbeitete Materialien. Historische Rezepturen m\u00fcssen daher\n    immer hinsichtlich <strong>Baumart, Zustand des Harzes und\n    Zubereitungsweise<\/strong> gelesen werden.\n  <\/p>\n\n  <p>\n    Einen breiteren \u00dcberblick \u00fcber den Rohstoff und die Unterschiede zwischen\n    Harzmaterialien bietet die Seite\n    <a href=\"\/de\/fichtenharz\/\">Fichtenharz<\/a>.\n  <\/p>\n\n<\/div>\n\n\n\n\n\n\n<h2 id=\"kaj-nam-tradicionalni-recepti-povedo-o-smrekovem-mazilu\" class=\"wp-block-heading\">Was sagen uns traditionelle Rezepte \u00fcber Fichtenharzsalbe?<\/h2>\n\n\n\n\n\n\n\n\n<div class=\"translation-block\">\n\n  <p>\n    Betrachtet man slowenische, nordische, alpine und nordamerikanische\n    Quellen gemeinsam, wird vor allem eines deutlich:\n    <strong>Traditionelle Fichtenharzsalbe war kein einzelnes Produkt mit\n    einer einheitlichen Rezeptur<\/strong>. Harz wurde direkt verwendet,\n    erhitzt, mit Fetten, \u00d6len oder Wachs verbunden und zu Salben, Pflastern\n    und anderen Harzzubereitungen verarbeitet.\n  <\/p>\n\n  <h3>Wiederkehrende Herstellungsweisen statt einer einzigen Rezeptur<\/h3>\n\n  <p>\n    Besonders deutlich zeigt sich dies in slowenischen Feldaufzeichnungen.\n    In verschiedenen Orten wiederholen sich <strong>Harz, eine Fett- oder\n    \u00d6lgrundlage und Wachs<\/strong> in unterschiedlichen Kombinationen.\n    Manche Zubereitungen enthielten zus\u00e4tzlich Mark, Kampfer, Spiritus,\n    Honig oder pflanzliche Bestandteile; Mischungen wurden gekocht,\n    abgeseiht, zum Absetzen stehen gelassen oder auf Stoff beziehungsweise\n    Papier aufgetragen.\n  <\/p>\n\n  <p>\n    Die gemeinsame Eigenschaft liegt daher nicht in einer exakten Formel,\n    sondern in der <strong>Anpassung des Harzmaterials an eine f\u00fcr die\n    Anwendung geeignete Form<\/strong>. Konsistenz, Zutaten und Tr\u00e4germaterial\n    wurden je nach lokaler Praxis und Art der Zubereitung ver\u00e4ndert.\n  <\/p>\n\n  <h3>Historisch bedeutete nicht einheitlich<\/h3>\n\n  <p>\n    Selbst wenn eine historische Quelle ausdr\u00fccklich Fichtenharz nennt,\n    bedeutet dies nicht, dass die Zubereitung mit einer anderen Harzsalbe\n    aus einem anderen Ort oder einer anderen Zeit identisch war. Zustand\n    und Alter des Harzes, Erhitzung, Zus\u00e4tze, Mengenverh\u00e4ltnisse und die\n    endg\u00fcltige Form konnten sich unterscheiden.\n  <\/p>\n\n  <p>\n    Historische Quellen zeigen daher nicht das eine \u201eechte Rezept\u201c, sondern\n    <strong>mehrere Zubereitungstraditionen, in denen sich erstaunlich\n    \u00e4hnliche technologische Prinzipien wiederholen<\/strong>. Die heutige\n    <a href=\"\/de\/fichtensalbe\/\">Fichtenharzsalbe<\/a> ist als moderne\n    Zubereitung mit eigener Entwicklung zu verstehen und nicht als direkte\n    Kopie einer einzelnen historischen Rezeptur.\n  <\/p>\n\n<\/div>\n\n\n\n\n\n\n<h2 id=\"od-tradicionalnih-smolnih-pripravkov-do-smrekovita\" class=\"wp-block-heading\">Von traditionellen Harzpr\u00e4paraten zu Smrekovit<\/h2>\n\n\n\n\n\n\n\n\n<div class=\"translation-block\">\n\n  <p>\n    Historische und ethnografische Quellen zeigen, dass das Wissen \u00fcber Harz\n    in Slowenien weit \u00fcber ein einzelnes Rezept oder eine lokale Tradition\n    hinausging. Fichtenharz und andere Nadelbaumharze wurden direkt verwendet\n    oder zu Salben, Pflastern und anderen Harzzubereitungen mit\n    unterschiedlichen Zutaten und Verfahren verarbeitet.\n  <\/p>\n\n  <p>\n    <strong>Smrekovit entstand nicht als Kopie eines dieser \u00fcberlieferten\n    traditionellen Rezepte.<\/strong> Aus seinem Wissen \u00fcber Fichtenharz,\n    Erfahrungen mit \u00e4lteren Harzzubereitungen und eigener Entwicklungsarbeit\n    entwickelte Ivo Konc schrittweise eine eigene Zubereitung, aus der sp\u00e4ter\n    die Familiengeschichte von Smrekovit entstand.\n  <\/p>\n\n  <p>\n    Traditionelle Quellen sind daher vor allem als breiter historischer\n    Kontext wichtig: Sie zeigen, dass die Verwendung und Verarbeitung von\n    Harzmaterialien in Slowenien kein vereinzeltes Ph\u00e4nomen war. Der heutige\n    Smrekovit ist dagegen das Ergebnis einer <strong>eigenst\u00e4ndigen\n    Entwicklung<\/strong>.\n  <\/p>\n\n  <p>\n    Mehr \u00fcber Ivo Konc, die Anf\u00e4nge im Jahr 1989 und die weitere Entwicklung\n    des Unternehmens \u00fcber zwei Generationen erfahren Sie auf der Seite\n    <a href=\"\/de\/uber-uns\/\">\u00dcber uns \u2013 die Geschichte von Smrekovit<\/a>.\n  <\/p>\n\n  <h3>Vom Harz im Wald bis zum fertigen Produkt<\/h3>\n\n  <p>\n    Historische Aufzeichnungen zeigen, wie vielf\u00e4ltig \u00e4ltere Formen der\n    Harzzubereitung waren. Wie Fichtenharz heute bei Smrekovit seinen Weg\n    weitergeht, zeigt der Dokumentarfilm\n    <strong>Vom Harz zum Produkt<\/strong>.\n  <\/p>\n\n<\/div>\n\n\n\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe loading=\"lazy\" title=\"Vom Harz zum Produkt\" width=\"500\" height=\"281\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/7FDRx5WY5PQ?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n\n\n\n\n\n<div class=\"translation-block\">\n\n  <p>\n    <small>\n      <strong>Vom Harz zum Produkt.<\/strong>\n      Ein Dokumentarfilm von Smrekovit \u00fcber den Weg des Fichtenharzes vom\n      Wald bis zum fertigen Produkt.\n    <\/small>\n  <\/p>\n\n  <p>\n    Der heutige Smrekovit wird daher nicht als \u00fcberliefertes\n    \u201euraltes Rezept\u201c dargestellt, sondern als <strong>modernes Produkt mit\n    eigener Entwicklung, deren Wurzeln in langj\u00e4hrigem Wissen \u00fcber und im\n    Umgang mit Fichtenharz liegen<\/strong>.\n  <\/p>\n\n  <p>\n    Wenn Sie mehr \u00fcber die heutige Fichtenharzsalbe, ihre Bestandteile,\n    verschiedene Formen und ihre Anwendung erfahren m\u00f6chten, lesen Sie auf\n    der Seite <a href=\"\/de\/fichtensalbe\/\">Fichtenharzsalbe<\/a> weiter.\n  <\/p>\n\n<\/div>\n\n\n\n\n\n\n<h2 id=\"pogosta-vprasanja-o-tradicionalnih-receptih-iz-smrekove-smole\" class=\"wp-block-heading\">H\u00e4ufige Fragen zu traditionellen Rezepten mit Fichtenharz<\/h2>\n\n\n\n\n\n\n\n\n<div class=\"translation-block\">\n  <div class=\"smrekovit-faq\">\n\n    <details>\n      <summary>Gibt es ein einziges echtes traditionelles Rezept f\u00fcr Fichtenharzsalbe?<\/summary>\n      <p>\n        Nein. Historische und ethnografische Quellen beschreiben verschiedene\n        Harzzubereitungen. Sie unterscheiden sich hinsichtlich Art und Zustand\n        des Harzes, Zus\u00e4tzen, Mengenverh\u00e4ltnissen, Erhitzungsverfahren und\n        Endform. Auch slowenische Feldaufzeichnungen dokumentieren mehrere\n        lokale Rezepturen. Ein einziges \u201eurspr\u00fcngliches\u201c Rezept l\u00e4sst sich\n        daher nicht bestimmen.\n      <\/p>\n    <\/details>\n\n    <details>\n      <summary>Welche Zutaten wurden dem Harz traditionell zugesetzt?<\/summary>\n      <p>\n        Slowenische ethnografische Aufzeichnungen nennen verschiedene tierische\n        Fette beziehungsweise Talg, Butter, Wachs und \u00d6le sowie Knochenmark,\n        Kampfer, Spiritus, Honig und pflanzliche Bestandteile. In mehreren\n        Regionen wiederholt sich die Kombination von Harz mit einer Fett- oder\n        \u00d6lgrundlage und Wachs, die Rezepturen waren jedoch nicht einheitlich.\n      <\/p>\n    <\/details>\n\n    <details>\n      <summary>Was bedeuteten pilpoh beziehungsweise pilpuh?<\/summary>\n      <p>\n        Die Bezeichnung hatte nicht \u00fcberall dieselbe Bedeutung. Im Raum\n        \u0160kofja Loka wird pilpoh mit Fichtenharz verbunden; in einer\n        Feldaufzeichnung aus Hrenovice von 1981 steht sogar \u201epilpuh oder\n        Fichtenharz\u201c. In anderen slowenischen Quellen bezeichnen verwandte\n        Ausdr\u00fccke auch Tannen- beziehungsweise Wei\u00dftannenharz und L\u00e4rchenharz.\n        Die Bedeutung muss daher aus dem jeweiligen lokalen Kontext\n        erschlossen werden.\n      <\/p>\n    <\/details>\n\n    <details>\n      <summary>Was bedeutet \u201egekochtes Harz\u201c in alten Quellen?<\/summary>\n      <p>\n        Der Ausdruck allein bezeichnet kein genau festgelegtes Verfahren.\n        Gemeint sein kann das Erhitzen zum Erweichen und Vermischen mit\n        weiteren Zutaten oder eine l\u00e4ngere thermische Verarbeitung einer\n        Harzzubereitung. Slowenische Quellen dokumentieren au\u00dferdem Abseihen,\n        Absetzenlassen von Mischungen und das Auftragen auf Stoff oder Papier.\n        \u201eGekochtes Harz\u201c ist daher nicht automatisch mit Teer gleichzusetzen.\n      <\/p>\n    <\/details>\n\n    <details>\n      <summary>Sind schwarzes Harz und schwarze Salbe dasselbe?<\/summary>\n      <p>\n        Nicht unbedingt. Bereits Meta Sterle beschreibt verschiedene schwarze\n        Salben mit unterschiedlicher Zusammensetzung. Bei einer wird\n        Fichtenharz nicht ausdr\u00fccklich genannt, w\u00e4hrend f\u00fcr Ko\u010dars schwarze\n        Salbe gekochtes Fichtenharz, Kampfer und Spiritus dokumentiert sind.\n        Die dunkle Farbe allein bestimmt daher weder Harzart noch\n        Herstellungsverfahren.\n      <\/p>\n    <\/details>\n\n    <details>\n      <summary>Waren Smolnak und Smovnak dieselbe Zubereitung?<\/summary>\n      <p>\n        Dies l\u00e4sst sich aus den Quellen nicht zuverl\u00e4ssig ableiten. F\u00fcr Tonc&#8217;s\n        Smolnak aus Sorica liegt eine detaillierte Beschreibung mit\n        Fichtenharz und einer Vorrichtung vor, aus der beim Erhitzen Fl\u00fcssigkeit\n        austrat. Die Bezeichnung Smovnak erscheint auch in anderen Quellen,\n        doch \u00e4hnliche Namen beweisen weder denselben Ausgangsstoff noch\n        dasselbe Verfahren oder Endprodukt.\n      <\/p>\n    <\/details>\n\n    <details>\n      <summary>Wer war Pre\u017elja aus Lesce?<\/summary>\n      <p>\n        Eine \u00e4ltere schriftliche Quelle, auf die sich die Ethnologin Marija\n        Makarovi\u010d bezieht, erw\u00e4hnt eine Heilerin namens Pre\u017elja beim Einrichten\n        eines Knochenbruchs, nennt dabei jedoch kein Harz. Davon getrennt\n        berichtete Ivo Konc sp\u00e4ter von einer Harzzubereitung bei der \u201ealten\n        Pre\u017ela\u201c in Lesce. Ob diese Hinweise dieselbe Familie, Person oder\n        lokale Heiltradition betreffen, ist bislang nicht ausreichend sicher\n        dokumentiert.\n      <\/p>\n    <\/details>\n\n    <details>\n      <summary>Wurden Harzsalben nur in Slowenien verwendet?<\/summary>\n      <p>\n        Nein. Verwandte Traditionen von Harzsalben und anderen\n        Harzzubereitungen sind auch in Nordeuropa, im Alpenraum und in\n        Nordamerika dokumentiert. Baumarten, Zustand des Harzes, Zus\u00e4tze und\n        Herstellungsverfahren unterschieden sich jedoch, weshalb diese\n        Traditionen nicht als eine gemeinsame Rezeptur behandelt werden\n        sollten.\n      <\/p>\n    <\/details>\n\n    <details>\n      <summary>Wird der heutige Smrekovit nach einem alten Rezept hergestellt?<\/summary>\n      <p>\n        Nicht als direkte Kopie einer \u00fcberlieferten historischen Rezeptur.\n        Ivo Konc kannte \u00e4ltere Verwendungen von Fichtenharz und entwickelte\n        aus eigenen Erfahrungen schrittweise eine eigene Zubereitung.\n        Der heutige Smrekovit besitzt daher eine eigene Entwicklungsgeschichte.\n      <\/p>\n    <\/details>\n\n    <details>\n      <summary>Sind diese historischen Rezepte Anleitungen f\u00fcr die Herstellung zu Hause?<\/summary>\n      <p>\n        Nein. Historische Aufzeichnungen enthalten h\u00e4ufig keine genauen\n        Mischungsverh\u00e4ltnisse, Temperaturen, Erhitzungszeiten oder vollst\u00e4ndige\n        Identifikation aller Zutaten. Sie werden hier als Dokumentation\n        traditioneller Herstellungsweisen dargestellt und nicht als modernes\n        standardisiertes Herstellungsverfahren.\n      <\/p>\n    <\/details>\n\n  <\/div>\n<\/div>\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n<div class=\"translation-block article-footer-meta\">\n\n  <p>\n    <strong>Autor:<\/strong> Matic Konc<br>\n    <strong>Aktualisiert:<\/strong> 23. September 2026\n  <\/p>\n\n  <p>\n    Der Beitrag basiert auf historischen, ethnografischen und\n    wissenschaftlichen Quellen. Traditionelle \u00dcberlieferungen werden als\n    Dokumentation fr\u00fcherer Praktiken dargestellt; dabei bleiben die\n    urspr\u00fcngliche Terminologie, lokale Unterschiede und die Grenzen der\n    jeweiligen Quellen erhalten.\n  <\/p>\n\n  <p><strong>Wichtigste Quellen:<\/strong><\/p>\n\n  <ul>\n    <li>\n      Slowenisches Ethnografisches Museum (SEM), Feldaufzeichnungen zur\n      Volksmedizin, 1949\u20131983. F\u00fcr diesen Beitrag wurden 1.252 transkribierte\n      Feldaufzeichnungen systematisch gepr\u00fcft; 29 wurden als direkt oder\n      erg\u00e4nzend relevant f\u00fcr Harz und Harzzubereitungen ausgew\u00e4hlt. Bei einem\n      Teil des Materials wurden zus\u00e4tzlich die handschriftlichen\n      Originalaufzeichnungen \u00fcberpr\u00fcft.\n    <\/li>\n\n    <li>\n      Meta Sterle, <em>Ljudsko zdravilstvo na Lo\u0161kem<\/em>,\n      <em>Lo\u0161ki razgledi<\/em> 37 (1990), Nr. 1.\n    <\/li>\n\n    <li>\n      Vinko M\u00f6derndorfer,\n      <em>Ljudska medicina pri Slovencih: etnografsko-historijski pregled<\/em>,\n      1964.\n    <\/li>\n\n    <li>\n      Mira Omerzel-Terlep, <em>Konji na\u0161e pravljice<\/em>, 1996,\n      Kapitel \u201e\u010cude\u017eni smolnak\u201c, S. 131\u2013136.\n    <\/li>\n\n    <li>\n      Mojca Ram\u0161ak, \u201eUporaba smole in drugih delov iglavcev v ljudski\n      medicini in gospodarstvu na Slovenskem\u201c, in:\n      Meta Remec (Hrsg.), <em>Gozd in ljudje \u2013 razmerja in zgodovina<\/em>,\n      Ljubljana, 2023, S. 159\u2013189.\n    <\/li>\n\n    <li>\n      Marija Makarovi\u010d,\n      <em>Zdravstvena kultura agrarnega prebivalstva v 19. stoletju<\/em>,\n      insbesondere S. 481\u2013488 und 501\u2013503.\n      Der Hinweis auf Pre\u017elja wird dort nach einer \u00e4lteren Darstellung\n      Fin\u017egars wiedergegeben.\n    <\/li>\n\n    <li>\n      Goels, T., Eichenauer, E., Langeder, J. et al. (2020).\n      \u201cNorway Spruce Balm: Phytochemical Composition and Ability to Enhance\n      Re-epithelialization In Vitro.\u201d <em>Planta Medica<\/em>.\n      DOI: 10.1055\/a-1141-0921.\n    <\/li>\n\n    <li>\n      Rautio, M. et al. (2007).\n      \u201cAntibacterial effects of home-made resin salve from Norway spruce\n      (Picea abies).\u201d <em>APMIS<\/em> 115: 335\u2013340.\n    <\/li>\n\n    <li>\n      Sipponen, A. (2013).\n      <em>Coniferous resin salve, ancient and effective treatment for chronic wounds?<\/em>\n      Dissertation, University of Helsinki.\n    <\/li>\n\n    <li>\n      Jokinen, J. J. &amp; Sipponen, A. (2016).\n      \u201cRefined Spruce Resin to Treat Chronic Wounds: Rebirth of an Old\n      Folkloristic Therapy.\u201d <em>Advances in Wound Care<\/em> 5: 198\u2013207.\n    <\/li>\n\n    <li>\n      Smith, H. H.,\n      <em>Ethnobotany of the Menomini Indians<\/em> (1923),\n      <em>Ethnobotany of the Ojibwe Indians<\/em> (1932) und\n      <em>Ethnobotany of the Forest Potawatomi Indians<\/em> (1933).\n    <\/li>\n\n    <li>\n      Gwich\u2019in Social &amp; Cultural Institute,\n      \u201eSpruce\u201c, Gemeinschaftsmaterial zum traditionellen Wissen und zur\n      Verwendung der Fichte bei den Gwich\u2019in.\n    <\/li>\n\n    <li>\n      Ivo Konc, Interview f\u00fcr Gorenjska TV, 2001.\n      <a href=\"\/de\/ivo-konc-gtv\/\">Vollst\u00e4ndiges Interview-Transkript<\/a>.\n    <\/li>\n  <\/ul>\n\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>F\u00fcr Fichtenharzsalbe gibt es nicht das eine traditionelle Rezept. Historische und ethnografische Quellen beschreiben unterschiedliche Arten, Fichtenharz in Salben zu verarbeiten. 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